Mittwoch, 30. September 2009

Andrea Gunschera: Engelsbrut: City of Angels (1)


Diese Buch hat mich völlig begeistert, nein besser, es hat mich aus den Socken gehauen :-).

Eve ist Reporterin und immer auf der Suche nach einer heißen Story. Eine Mordserie erschüttert zur Zeit LA und jeder Reporter möchte natürlich der erste am Tatort sein. Doch sie kann sich nicht voll und ganz auf diese mysteriösen Morde konzentrieren, denn ihr Chef schickt sie zu einer Vernissage in die Stadt, ein neuer aufstrebender Künstler soll von ihr interviewt werden. Als sie den Maler Alan trifft, ist ihr noch nicht klar, wie außergewöhnlich dieser attraktive Mann wirklich ist und wie hoffnungslos sie sich in ihm verlieren wird... . Denn Alan weiß mehr über die Morde als er vorgibt zu wissen... .
Eve hat einen neuen Nachbarn, im Appartmentkomplex gegenüber wohnt seit ein paar Tagen ein Mann, den sie immer nur schemenhaft erahnen kann. Doch er übt eine ungeheure Faszination auf sie aus, der sie sich fast nicht entziehen kann. Wer ist dieser faszinierende Fremde und was hat er zu verbergen?
Und dann ist da noch Kain, sie hat nicht die geringste Ahnung, mit wem sie es hier in Wahrheit zu tun hat, denn das Spiel was Kain spielt kennt keine Gewinner und es endet üblicherweise tödlich... .

Absolut geniales Buch! :-) Die Autorin lebt in LA und das merkt man dem Buch auch eindeutig an, natürlich im positiven Sinne :-), rasante Schreibweise, ganz flüssig zu lesen und echt starke Protas, die einen völlig in den Bann ziehen. Mein Gott, Alan ist der HAMMER!!! :-)) Aber auch Kain ist ein faszinierender Charakter und nicht zu verachten! Meiner Meinung nach ist es Urban Fantasy mit schwerer Schlagseite zur Para-Romance. Aber eine Eingruppierung ist egal, denn die Sogwirkung beim lesen war enorm :-).
Auch das Cover ist eine wahre Augenweide, wunderschön!! Ich kann den zweiten Teil der City of Angels wirklich nicht abwarten. Einfach Klasse!

Info zur Reihe:
In CITY OF ANGELS geht es um die Schattenläufer, die Kinder aus der Verbindung von gefallenen Engeln mit Menschentöchtern. Schattenläufer gleichen äußerlich den Menschen, doch das Blut der Engel lässt sie nahezu nicht altern und verleiht ihnen die Fähigkeit, sich selbst von schwersten Verletzungen rasch zu erholen. Dennoch kann man sie töten, wenn man ihre Schwachstellen kennt. Der Legende nach wurden ihre Stammväter, die gefallenen Engel, in grauer Vorzeit gejagt und zur Strecke gebracht, doch da sie unsterblich waren, rissen ihre Jäger ihnen die Seelen aus den Körpern und kerkerten sie ein. Doch es soll einen Weg geben, sie wieder zusammenzufügen, mit Hilfe von menschlichem Blut. ((c) Andrea Gunschera)

Ein tolles Interview von LITERRA mit der Autorin findet ihr hier!

Nehmt Euch auch ein paar Minuten Zeit und seht Euch mal diese tolle Autorenwebsite an!

Dort gibt es auch einen Prolog zu Engelsbrut: Schattenherz, das ist eine kleine aber feine Kurzgeschichte!

Eure Orchidee

Dienstag, 29. September 2009

Tanya Carpenter: Ruf des Blutes 3: Dämonenring

An den dritten Teil der Reihe hatte ich große Erwartungen. Ich wollte so viele Antworten auf offene Fragen der letzten Teile und ich wollte wissen, wie Mel es schafft sich mit "ihrem" Dämon zu arrangieren. Und? Ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil!!! :-)

Der Roman ist rasant geschrieben, in der packenden Art und Weise, die ich (seit den ersten Zeilen, die ich von Tanya Carpenter gelesen habe) so liebe. Der Sog-Effekt ist unglaublich, man hängt beim lesen regelrecht zwischen den Welten!

Franklin setzt Mel auf mysteriöse Mordfälle an hochrangigen Mitgliedern der englischen feinen Gesellschaft an. Es ist offensichtlich, dass hier Wesen der "anderen" Welt am Werk waren. Warren, ein Agent des MI 5 erschwert allerdings die Untersuchungen, er wird Mel an die Seite gestellt, da die Morde öffentliches Interesse erregt haben.

Der Agent verfällt schnell dem überirdischen Wesen Mels und als dann auch noch Dracon in der Stadt (mit eindeutigen Absichten bezüglich Mel) auftaucht, sieht Armand rot! Ein Panther erwacht in ihm, ein tödlich gefährliches Raubtier, das nach Blut schreit.... . Osira, Melissas Wolfin, hat große Mühe, die Bestie in Armand zu bändigen.

Endlich gibt es mehr "Armand", seine ganze Person wird weiter entwickelt und gewinnt von Seite zu Seite. Mel hab ich schon immer gemocht und auch in diesem Buch zeigen sich wieder viele neue Facetten ihres "neuen" Ichs, es wird gezeigt, wie sie immer mehr von der menschlichen Seite in sich abdrifftet, auch teilweise fatale Entscheidungen trifft und darunter leidet... .

Sehr gelungen fand ich die "Geschichte" der Crawler, die Hintergünde zu ihnen wollte ich schon lange wissen, denn ihr Fürst ist eine sehr interessante Person, ich hoffe in Zukunft noch mehr von ihm lesen zu können!!
Warren ist auch ein sehr sympathischer Prota, ich freue mich auf mehr von ihm!

Tanya Carpenters Welt ist einzigartig! Jede Seite ist purer Genuss!

Eure Orchidee

Tanya Carpenter: Ruf des Blutes 2: Engelstränen

Melissa ist nun eine wahre Tochter der Nacht, eine Vampirin. Doch ihre Seele leidet bitterlich unter dem grausamen Dämon, der nun ihrer Brust wohnt und gnadenlos noch Blut schreit. Noch nicht einmal Armand kann ihren Schmerz lindern und so entschließt sie sich zu Lucien zu gehen. Sie will von ihm lernen und ihre neue Natur zu akzeptieren und sie versucht dabei auch einen Weg zu finden, sich vielleicht einen letzte Rest ihrer Menschlichkeit zu bewahren... .

Doch dann taucht Drancon wieder auf, der Vampir, der ihr schon so viel Leid angetan hat. Und plötzlich geschehen all die dunklen Dinge aus Melissas Visionen und Alpträumen, Flüsse färben sich blutrot und sie weiß, dass Schreckliches geschehen wird... .

Mit Engelstränen schließt Tanya Carpenter nahtlos an den Vorgängerroman "Tochter der Dunkelheit" an. Der Roman ist noch intensiver als der erste Teil und klärt in der Geschichte über alle Hintergründe des mystischen Vampir-Universums der Autorin auf. Die Grundidee der beiden verfluchten Götterkinder als Ursprung der Vampire ist grandios und schenkt dem Leser wieder einen Roman, in den man am liebsten eintauchen möchte! Ebenfalls führt Tanya Carpenter neue Figuren ein, wie Pettra, eine Daywalkerin, eine Vampirart, die auch in der Sonne wandelt.
Leider kommt Armand in diesem Teil etwas zu kurz, aber dafür gewinnt Lucien an Raum. Er entwickelt sich weiter und bekommt mehr Profil. Seine Vielschichtigkeit und Facetten haben ihn zu einem meiner Lieblingscharas der Reihe gemacht, und zu einem sexy Kontrahenten von Armand :-).

Seid euch beim Buchkauf aber bewußt, dass Carpenters Vampire nicht nur auf ein Geschlecht bezogen sind, es gibt also hetero-, bi- und homosexuelle Szenen. Tanya Carpenter zeigt hier großes schriftstellerisches Können und Sensibilität, denn diese Szenen sind sehr geschmackvoll und sinnlich beschrieben und haben ebenfalls einen großen Reiz.

Lasst euch nicht vom Preis abschrecken, die Bücher sind jeden einzelnen Cent wert!!! :-)
Ich war leider viel zu schnell mit dem lesen fertig und hoffte inbrünstig auf eine baldige Fortsetzung!

:-) Kaufen, lesen und in die Welt von Tanya Carpenter eintauchen!

Eure Orchidee

Donnerstag, 24. September 2009

Tanya Carpenter: Tochter der Dunkelheit: Ruf des Blutes 01

Melissa ist eine junge Frau, die auf die schmerzliche Art und Weise feststellen muss, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint. Sie wuchs bei ihrer Großmuter auf, nachdem ihre Mutter ums Leben kam. Doch ihre Großmutter ist nicht die, die sie zu kennen glaubt... .

Eines abends macht sie Bekanntschaft mit Armand, einem verführerischen und dunklen Vampir, der alles in seiner Macht stehende daran setzt, Melissa zu besitzen. Sie erinnert ihn an seine große Liebe und er ist Melissa absolut verfallen. Sie kann sich ihm auch nur schwerlich entziehen und es ist eine Frage der Zeit, bis sie seinem Drängen nur allzu gerne nachgibt... .

Melissa will mehr über diese neue dunkle Welt erfahren, mit der sie konfrontiert wurde und tritt einem Geheimorden bei,dem Orden der Ashera. Dort lernt sie Franklin kennen, den ehemaligen Freund ihrer Mutter und sie erhofft sich endlich Antworten. Antworten auf die Geheimnisse ihrer Herkunft und über Armand... . Dabei begibt sie sich auf eine lange Reise, die sie über London, nach Ägypten bis in die Unterwelt führt.

Dieser Roman ist eines der besten Beispiele dafür, dass sich deutsche Autorinnen und Autoren des paranormalen Genres nicht hinter ihren englischsprachigen Kollegen verstecken müssen!

Tanya Carpenter erweckt vor dem Auge des Lesers eine ungewöhnliche, packende, sinnliche und mystische Welt zum Leben, die mich nicht mehr losgelassen hat. Von Seite zu Seite zog es mich immer tiefer in die Geschichte und die Faszination der Protagonisten ist immens. Tanya Carpenter schreibt erfrischend kompromislos. Die Vampire sind hier nicht "weichgespült" und die eine oder andere Szene schockiert, aber genau das macht ihre Bücher so gut. Ich habe mit Melissa gelitten, gelacht und eine fremde Welt entdeckt! Denn die Vampire hier in diesem Buch sind unwiderstehliche Verführer, gebildet, weltgewandt, wunderschön und absolut gnadenlos tödlich.

Die Charaktere sind sehr fein herausgearbeitet, vielschichtig und schillern richtiggehend zwischen den Zeilen :-). Lasst Euch dieses Juwel nicht entgehen, geht mit Melissa, der Tochter der Dunkelheit, auf eine Reise voller Leidenschaft, Freude, Sinnlichkeit, Schmerz, Verrat, Stärke, Überraschungen und Geheimnissen!

Kaufen, lesen und abtauchen!

Eure Orchidee!

Ein sehr schönes Interview mit Tanya Carpenter findet ihr hier!

Die Besprechnungen der weiteren Teile folgen natürlich!!

BuchmesseCon in Dreieich


Der alljährliche BuchmesseCon steht wieder vor der Tür.

Am 16.10.2009 gehts wieder los, schon zum 24. mal im Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen, nahe Frankfurt/Main. Hier ein Link zum diesjährigen Programm.

Neben der jährlichen Verleihung des Deutschen Phantastik Preises, lohnt der Besuch vor allem wegen der spannenden Vorträge und Lesungen. Um mal ein paar Namen herauszupicken, es lesen oder tragen u.a. vor: Christoph Hardebusch, Lena Falkenhagen, Markus Heitz, Bernd Perplies und Tanya Carpenter.

Ich war jetzt schon mehrmals dort und der Event wird von Jahr zu Jahr beliebter und voller. Die Veranstaltung findet immer parallel zur Buchmesse statt, was anscheinend mittlerweile viele Messebesucher auch mal vorbeischauen lässt, denn vom Geheimtipp hat sich der Con langsam aber sicher zum festen Termin in den Kalendern der Leute entwickelt. Das finde ich sehr erfreulich. Also für alle die Spaß an Fantasy, SciFi und Phantastik haben, ist dieser Con auf jeden Fall ein ganz besonderes Highlight.

Eure Cleopatra

Dienstag, 22. September 2009

BLC - "booklover conference 2010 - wir lieben lesen!"


Die Anmeldung ist ab jetzt möglich!


Bitte für alles Weitere hier klicken: BLC - "booklover conference 2010 - wir lieben lesen!"


Über das Kontaktformular auf der Seite können die Veranstalter direkt kontaktiert werden, die wichtigsten Fragen werden in den FAQs beantwortet, und über den Button "Anmelden" kann man sich ganz einfach anmelden.


Hier findet ihr alle BLC-bezogene Postings dieses Blogs gebündelt, oder eben in den Labels rechts unter BLC2010.

Sonntag, 20. September 2009

"pimp" your desktop - Tapete für deinen Computer

Nachdem die Autorin Andrea Gunschera auf ihrer Seite freie Downloads verschiedener Motive ihres Covers angeboten hat, habe ich mal ein bisschen gestöbert und ein paar nette Links zu freien "wallpapers" für den Desktop gefunden.

Es gibt da draußen Fans, die ein paar sehr schöne Sachen gebastelt haben, sie alle kann man runterladen und sich sein Desktop/Hintergrundbild immer wieder hübsch und neu gestalten.

Für die Fans der klassischen Nackenbeißer habe ich hier ein paar Leckerbissen: RomanceCovers

Wer es Spezieller mag, der findet mit Sicherheit auf Fanpop.com was Schönes. Dort gibt es von Motiven aus Laurell K. Hamiltons Büchern, über Jane Austen, Winnie Puh, bis Edward und Bella Wallpapers eine riesen Auswahl an Wallpapers aber auch Videos und Bildern.

Das Downloaden ist kostenlos.

Für Filmfans gibt es u.a. diese Seite hier: free-wallpaper

So kann man immer wieder neu, entsprechend seiner momentanen Vorlieben und je nach Lust und Laune seinen PC oder Laptop mit einer hübschen Tapete versehen.




Viel Spaß beim Stöbern und neu tapezieren!

3-Fragen-Stöckchen

Wir wurden vom "3 Fragen-Stöckchen" getroffen, Soleil hats geworfen ;) Wenn wir das richtig verstanden haben, bedeutet das, uns wurden drei Fragen gestellt, die wir hier beantworten sollen und im Anschluss sollen wir das Stöckchen an drei andere Blogs weiterwerfen, mit Fragen die wir uns ausgedacht haben.

Los gehts:

1. Warst Du schon einmal so versessen auf ein Buch, dass Du es auch gestohlen hättest (oder gar hast)? Welches war es - und hätte es sich gelohnt?

Orchidee sagt: Stehlen würde ich für kein Buch, denn das ist nicht richtig. Man stiehlt nicht. Aber versessen war ich schon auf viele Bücher! Zur Zeit sind es bei mir die Teile der BlackDaggerBrotherhood von J.R. Ward, wo ich den jeweils nächsten Teil kaum erwarten kann und monatelang auf die Originale hinfiebere. Und ja, bislang hat sich das fiebern jedenmal gelohnt :-)! Ich lese die Bücher sogar nochmal auf deutsch hinterher :-).

Cleopatra sagt: Ich war auch schon öfters extrem versessen auf Bücher, aber gestohlen habe ich bisher keines, ich hatte auch nie den Gedanken es zu stehlen. Aber, ja, ich habe schon einige Hebel in Bewegung gesetzt um das ein oder andere Buch zu bekommen. Freunde in den USA und Großbritannien in Second-Hand-Buchläden geschickt zum Beispiel - die machten das Gott sei Dank gerne für mich - oder das Internet durchkämmt. So stammt zum Beispiel mein Exemplar "Checkmate" von Dorothy Dunnett aus einem Thrift-Store in Edingburgh und meine TDDs von Suzanne Brockmann sind aus allen möglichen Teilen der USA bei mir eingeflattert, genau wie bei der Conard County Serie von Rachel Lee. Der Aufwand hat sich jedes Mal gelohnt.

2. Wir kennen sicher alle das Unverständnis darüber, viele Bücher zu besitzen und gar noch zu lesen. Gibt es eine oder mehrere Personen in Deinem Leben, die kaum oder gar nicht lesen? Wie setzt Du Dich mit ihnen auseinander? Gibt es vielleicht eine erwähnenswerte Anekdote?

Orchidee sagt: Wenn jemand nicht lesen will, ist es meine Erfahrung, dass man unwillige Zeitgenossen nur schwerlich bekehren kann. Ich versuche das auch nicht. Jeder hat eben andere Vorlieben und Hobbys und ich würde es auch als lästig empfinden, wenn mich jemand ständig zur Briefmarkensammlerin oder Klöpplerin machen wollte. Ich kann mir ein Leben ohne meine Bücher nicht vorstellen, aber das heißt nicht, dass ich meine Einstellung anderen aufdrücken möchte. Belächelt für meine Vorliebe zur "Trivial"-Literatur :-) wurde ich schon oft, aber ich stehe da tatsächlich komplett drüber. Ich gehe auch schon immer völlig schmerzfrei mit Covern aller Art um. Es stört mich nicht, wenn jemand sich mockiert, im Gegenteil, ich provoziere gerne, ich bedenke diese Zeitgenossen dann mit dem Lächeln zurück, welches ich extra für diese "Unwissenden" reserviert habe. Denn sie wissen ja gar nicht,was sie eigentlich verpassen. Da ich viele Originale lese, werde ich öfters darauf angesprochen, dann aber eher mit einem erstaunten Gesicht, frei nach dem Motto "Wow, Sie lesen in ihrer Freizeit auf Englisch?" Ich hatte nur einmal ein wirklich freches Erlebnis im Zug, ich saß da im ICE Richtung Berlin in der ersten Klasse (!) und las den vierten Teil der NavySeal-Reihe von S. Brockmann "Out of Control". Plötzlich beugte sich mein Sitznachbar nach vorne (ein älterer Herr im Anzug, so um die Ende 50), studierte den Titel, meinte: "Oh, sie lesen in Englisch. Was ist das denn?" Ich stellte ihm den Roman gerne zur Verfügung, er sah sich das Cover an und überflog den Klappentext und meinte doch: "Ah, ein Liebesroman, na das kann ja selbst in Englisch nicht allzu anspruchsvoll formuliert sein." Gab mir den Roman zurück und lächelte blasiert. Ich fand das so frech, dass ich ihm noch nicht mal mit einer wirklichen Rückantwort bedacht habe :-). Ich meinte nur trocken: "Aber sicher, scheint mir, als würden Sie sich da auch gut auskennen." ;-)

Cleopatra sagt: Ja, ich habe doch einige Nichtleser im Bekanntenkreis (ob aus Zeit- oder Interessensgründen kann ich nicht sagen). Ich lese ja zu 90% Bücher in englischer Sprache, und wenn das Thema Lesen mal aufkommt sind die Reaktionen eigentlich immer sehr witzig. Kaum einer wagt mich offen zu belächeln, wenn ich sage, dass ich zu 95% Liebesromane (wenn hier auch vorwiegend paranormales und romantic suspense) lese. Man kann beobachten wie ihnen die Gesichtsmuskeln gefrieren wollen (sie wollen ja nicht unhöflich sein) und wenn ich dann "auf Englisch" sage, dann halten sie sich daran fest und die Muskeln werden wieder locker, das Lächeln etwas echter und ein "ach soooo, oh, das ist aber toll" kommt ;) Also es ist nicht so sehr das Thema wie viel ich lese, oder das sie nicht oder wenig lesen, sondern eher was ich lese. Mich beschleicht manchmal das Gefühl das Nichtlesen eher akzeptiert wird, als Liebesromane lesen ;)

3.Welche Entwicklungsschritte wird das Buch (nicht der Inhalt) Deiner Meinung nach noch machen? Wie schätzt Du seine Zukunft ein?

Orchidee sagt: Das Buch gibt es jetzt schon seit mehr als 5000 Jahre (wenn man die Papyrusrollen der alten Ägypter großzügig mitzählt). Ich bin mit dem Buch sehr zufrieden und hoffe, dass es uns noch lange erhalten bleibt!

Cleopatra sagt: So arg schnell wird sich nicht viel ändern, glaube ich. Bücher könnten teurer werden und der e-book Markt sich vielleicht etwas mehr entwickeln. Hörbücher werden ja mittlerweile auch gut angenommen, was aber das gedruckte Buch bislang nicht verdrängt hat. Auch ich hoffe, dass das noch eine Weile so bleibt.

Das 3-Fragen-Stöckchen würden wir nun gerne weitergeben an Sarah, Steffi und Susi . Hier unsere Fragen:
1. Fage: (aus aktuellem Anlass unserer Umfrage auf dem Blog) Lässt du dich beim Bücherkauf von schrecklichen Covern abschrecken, oder gehst du rein nach dem Klappentext, Rezensionen und/oder Empfehlungen? Hast du schonmal ein Buch nur wegen des Covers gekauft? Wenn ja, war das ein Reinfall oder eine positive Überraschung?
2. Frage: Welches Genre liest du überhaupt nicht, und warum? Würdest du es mal probieren, wenn du es von allen Seiten empfohlen bekämst?
3. Frage: Welches Buch wolltest du schon immer lesen, hast es aber noch nicht geschafft? Und welches Buch könntest du immer wieder lesen?

Dienstag, 15. September 2009

Suzanne Brockmann: Hot Pursuit

Ich verfolge die Serie seit dem ersten Buch und muss sagen, dass die Seal/Troubleshooter-Reihe schon schwächere Teile hatte, aber eben auch schon stärkere... .

Die Story ist recht solide: Lys und Sam machen sich mit Ash auf den Weg zu einer Freundin von Savannah. Maria ist eine junge Abgeordnete in New York und erhält seid geraumer Zeit Drohschreiben. Lys will nun mit ihr ein routinemäßiges Sicherheitstraining machen und eine neue Alarmanlage installieren. Ein ruhiger Job, welchen Lys und Sam mit einem Kurzurlaub verbinden wollen.
Natürlich kommt alles anders! Kaum sind einige Troublshooter und freiwillige aus Team 16 im New Yorker Büro von Maria Bonavita angekommen, überschlagen sich die Ereignisse. Morde geschehen und aus dem Routinejob wird eine lebensbedrohliche Katz-und-Maus-Jagd, bei welcher den Beteiligten lange unklar bleibt, wer die Katze und wer die Maus ist. Nur Sam hat einen ganz guten Riecher!

Die Fans kennen den Serienkiller "The Dentist" schon aus vorherigen Erwähnungen in den Shortstorys. Es handelt sich um einen perversen Mörder, den Lys schon lange versucht zur Strecke zu bringen. Doch der plant ein grandioses Finale in New York... .

Sehr schön fand ich, dass es keine ewigen Gefangenschaftsszenen gab. Das hatte mir damals schon in Mark Jenkins Story (Into the Storm) nicht gefallen!!!

Die Begegnung mit den vielen bekannten Charas war einfach toll. Jules und Robin (meine zwei Lieblinge :-)) haben schöne Szenen und es bahnen sich einige neue Beziehungen an. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Dan und Jenni weitergeht und ob Maria und Izzy ihre Chance bekommen!!

Sam, der ehemalige Traum meiner schlaflosen Nächte, wirkt zwar auch in HP nur noch wie ein Schatten seines ehemaligen Charakters, aber er kommt nicht mehr ganz so weichgespült rüber. Er hat doch tatsächlich ein paar Momente, in denen das Testosteron durchblitzt und ich mich wieder an meinen heißgeliebten "alten Sam" erinnern konnte. Wenngleich in der Gesamtsicht auch weiterhin Lys die Hosen anbehält und Sam einfach zu gut ist, um wahr zu sein :-))).
Ich freue mich trotz kleiner Schwächen (es fehlt ein wenig an Substanz in der Geschichte, Sam und Lys sind toll, aber es sind nicht mehr die beiden "Hochglanz-Charas" wie zu Anfang, dafür haben die beiden ein Make-Over zu viel gehabt und es gibt keine Aufklärung der Geschichten zwischen Dan und Jenni, sowie Izzy und Maria) auf die Fortsetzung, Brockmann ist eben Brockmann, selbst ein mittelmäßiges Buch von ihr, ist immer noch ein gutes Buch!

Alles Liebe,

Eure Orchidee!

Titel Deutsch und Englisch TROUBLESHOOTERS

The Unsung Hero
The Defiant Hero
Over The Edge
Out of Control
Into The Night
Gone Too Far
Flashpoint
Hot Target -------> Zu Heiß!
Breaking Point ---> Zu Stark!
Into The Storn ---> Zu Wild!
Force of Nature --> Feuerkuss
All Through The Night
Into The Fire
Dark of Night
Hot Pursuit

Tall, Dark and Dangerous - Operation Heartbreaker - Suzanne Brockmann

Wie ich gerade gesehen habe übersetzt Mira/Cora ab Februar 2010 anscheinend die alte Silhouette Serie "Tall, Dark and Dangerous" von Suzanne Brockmann. Den Anfang macht der liebe, gute, alte Joe (der das Licht der Welt bereits 1996 bei Silhouette erblickte) und dank modernem Coverdesign wurde aus diesem schmucken Herren hier (es ist zu gruselig es hier zu posten, daher nur ein Link *g*) 2002 ein stattlicher Prince Joe:



Bei Mira hat man nun Prince Joe den Titel "Operation Heartbreaker: Joe - Liebe Top Secret" gegeben. In der mittlerweile 11-teiligen Serie die im Original 2003 irgendwie eingeschlafen ist, geht es um das Navy SEAL Team 10, unter der Leitung von Joe Catalanotto (der auf dem Klappentext von Mira als Spezialagent bezeichnet wird ... also Agent ist er nicht, sondern ein Navy SEAL)
Brockmann hat noch während sie an Team 10 schrieb ihr legendäres Team 16 (die Troubleshooters, siehe Orchidees Posting oben drüber) angefangen, bei einem anderen Verlag, und sich dann mehr und mehr auf das Team 16 konzentriert. Die Fans von Team 10 warten nun schon seit 6 Jahren auf eine Fortsetzung der Tall, Dark and Dangerous Reihe.

Nun, für alle die das Team 10 noch nicht kennen, bei dieser Serie liegt der Fokus immer sehr auf dem Paar, der Liebesgeschichte, zwar eingefärbt vom Umfeld und den Jobs der Leute, aber eigentlich gibt es immer strikt nur einen Erzählstrang, während bei den Troubleshooters ja oft bis zu 3 Erszählstränge zu einem Buch verwoben wurden. Dadurch sind die Team 10 Bücher auch kürzer.

Ich bin ein Fan von beiden Serien und freue mich sehr, dass Mira die Bücher nun neu übersetzt - wobei ich hoffe dass sie nicht eigentlich schon zu verstaubt sind für die heutige Zeit. Eine andere Hoffnung liegt auf der Übersetzung, wenn ich aber schon auf dem Klappentext sehe, dass Joe Cat als Agent bezeichnet wird, fange ich allerdings schon an zu schwitzen ...

Zum Buch: Auf Anhieb fand ich damals die Story ehrlich gesagt etwas hahnebüchen - ist sie eigentlich auch - war dann aber schnell dem Charme von Brockmanns Schreibe und vor allem von Joe erlegen.
Navy SEAL Joe Cat sieht einem die USA besuchenden europäischen Kronprinzen (jetzt wäre ein kollektives Augenrollen angemessen *g*) zum verwechseln ähnlich. Dieser Prinz ist das ausgesuchte Ziel von Terroristen, denen man natürlich das Handwerk legen will, was die Regierung dazu veranlasst für einen Empfang den praktischerweise für die Regierung bereits arbeitenden Doppelgänger Joe Cat vorzuschicken. Der davon natürlich nicht sonderlich begeisterte, sich aber selbstverständlich fügende Militärangestellte wird dazu von Veronica St. John auf diese Rolle vorbereitet. Der Job den Veronica da zugeteilt bekommt ist nicht leicht, zwar sieht Joe aus wie der Prinz, ist aber ganz und gar kein Prinzen-Material, sondern ein kampferprobter Soldat. Er hat einen New Yorker Akzent, ist arrogant und gewieft und treibt Veronica in den Wahnsinn.
Brockmann würzt diese Story mit Humor und Spannung und ihrer ganz eigenen Art zu schreiben, die mich damals schon total eingesaugt hat. Mit Prince Joe begann meine Brockmann Sucht und für alle die schon immer mal das Team 10 auf Deutsch lesen wollten, bietet sich also ab Februar nun die Gelegenheit.
Wer die Serie gerne auf Englisch lesen möchte, der muss bei Gebrauchtbuchläden online stöbern, ggf. auch auf US- und UK-Seiten.

Hier eine Liste aller original Team 10 Titel und die bisher (nur sporadisch und mit fürchterlichen Titeln) überetzten deutschen:
Prince Joe--------------->>>> Operation Heartbreaker: Joe - Liebe Top Secret
Forever Blue---->>--->>> 2010: Operation Heartbreaker : Cowboy- Riskanter Einsatz
Frisco's Kid ------------->>>> Sag ja zum Leben (2003 Cora Baccara) 2010:Operation Heartbreaker: Für einen Kuss von Frisco
Everyday, Average Jones
Harvards's Education
Hawken's Heart
The Admiral's Bride

Identity: Unknown ------>>>> Liebe mich, Fremder (2001 Cora Baccara)
Get Lucky
Taylors Temptation
Night Watch


Mehr Infos zu Suzanne Brockmann auf ihrer Website: http://www.suzannebrockmann.com/index.html

Eure Cleopatra

Donnerstag, 10. September 2009

UPDATE: BLC - "booklover conference 2010 - wir lieben lesen!"

NEWSLETTER OKT. 2009 HIER



Wir haben neue Infos bezüglich der BLC zu vermelden, denn seit heute stehen wieder ein paar Fakten fest.

(siehe auch unseren ersten Artikel hier)

Die Booklover Conference 2010 – Wir lieben Lesen - wird am 8. Mai 2010 im malerischen Idstein im Taunus (nahe Frankfurt/Main) im Hotel Höerhof stattfinden. Wer also fest vor hat zu kommen, sollte sich dieses Wochenende schonmal rot im Kalender anstreichen.

Es gibt ein paar Änderungen/Neuerungen. So wird die BLC am Samstag eine „geschlossene Gesellschaft“ werden. Es gibt keine Tageskasse und somit auch keine Möglichkeit für Kurzentschlossene mal vorbeizuschauen. Wer kommen möchte, sollte sich also vorher über die BLC Website (die noch in Arbeit ist, sowie sie steht poste ich einen Link) rechtzeitig anmelden. Auf der Website findet man dann auch die genaueren Angaben bzgl. bereits feststehender Vorträge, Workshops, Lesungen, Tagungspauschale, Übernachtungsmöglichkeiten, etc. ... Die Plätze sind begrenzt. Also sollte man nicht zu lange warten mit der Anmeldung ;)

Für den Freitag Abend vor der eigentlichen Tagung, dem 7. Mai, ist eine öffentliche Lesung vorgemerkt, wobei hier noch keine Details bzgl. der Autoren feststehen. Hier können dann auch noch kurzentschlossene Besucher kommen. Für Sonntag, den 9. Mai ist dann ein gemeinsamer Abschiedsbrunch in einer anderen Lokalität geplant, aber auch hier gibts später noch genaue Angaben.

So, das wars erstmal :)

Eure Cleopatra



Montag, 7. September 2009


Eine Hochzeit und ein riesiges DANKESCHÖN!!!




Vielen vielen Dank für die vielen und unglaublich lieben Hochzeitsglückwünsche und guten Worte!


Unsere Hochzeit am 22. August war wirklich traumhaft und hat uns unvergessliche Momente bescheert :-). Ich hatte ja so für Sonnenschein gebetet und wurde nicht enttäuscht, es gab zwar ab und an ein paar Wölkchen, aber diese zogen alle über uns hinweg (wie man oben so schön sieht).

Unsere Flitterwochen waren ebenfalls wundervoll, nur leider viel viel zu kurz :-))). Wir haben uns ja auch nur eine Woche Sonne und Meer gegönnt.

Jetzt beginnt der Alltag, aber das ist auch gut so, denn die Hochzeit war ja ein Anfang, ein Anfang für ein gemeinsames Leben! Und das, ist überhaupt das Beste! ;-)





In diesem Sinne,

ALLES LIEBE,


Eure Orchidee!!

Donnerstag, 3. September 2009

Gewinnspiel und Leserunden auf Leser-Welt

Auf der Leser-Welt Seite wurde ein neues Gewinnspiel angekündigt. Wer dort deren Newsletter abonniert, hat die Chance ein Exemplar von Andrea Gunscheras neuestem Buch "Engelsbrut" zu gewinnen. Im Forum dort wird dann ab voraussichtlich 25.09.2009 eine von der Autorin begleitete Leserunde stattfinden. Im Moment läuft dort eine Leserunde von "Die Spur der Katze" begleitet von der Autorin Michelle Raven.

COYOTE DREAM von Jessica Davis Stein

Kennt ihr diese Bücher, die auf Seite 1 schon dieses gewisse Etwas versprühen und je mehr man liest, desto mehr wird man eingesaugt von der Atmosphäre? Mir passiert das leider nicht sooo häufig aber wenn, dann vergesse ich diese Geschichten, oder besser gesagt die Menschen die dort beschrieben wurden - ich möchte sie gar nicht Charas oder Figuren nennen, denn sie fangen in meinem Kopf ja regelrecht an zu leben - nie mehr.

Eines der schönsten Bücher dieser Art, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, war Jessica Davis Steins "Coyote Dream" (aus dem Jahr 2004). Das Buch ist leider nur noch gebraucht zu erhalten, ich rate aber jedem der gerne amerikanische Originale liest und abtauchen möchte, in eine mitreißende und originelle Liebesgeschichte mit besonderem Flair, der sollte versuchen irgendwie an dieses Buch zu kommen (Amazon Marketplace beispielsweise, oder AbeBooks.de)

Die Jüdin, Sarah Friedmann, steht in ihrem Leben an einem Wendepunkt. Sie nutzt die Gunst der Stunde und fährt mit dem Auto von New York in den Südwesten der Vereinigten Staaten um indianische Kunst für den Kunsthandel ihrer Familie einzukaufen. Sie begibt sich das erste mal auf diese Reise, die früher ihr Vater unternommen hat, der aber aufgrund gesundheitlicher Probleme in diesem Jahr nicht fahren kann. Ausgerechnet mitten in der Wüste geht das Auto kaputt, aber ihr Glück im Unglück ist, dass sie sich unweit eines Navajo Reservats befindet, und Hilfe ist nicht fern. Die Hilfe erscheint in Form von Ben Lonefeather, der aber nicht als rettender Held dahergeritten kommt, sondern ihr lediglich weiterhilft, damit er wieder seine Ruhe hat. Und das möglichst schnell. Der indianische Künstler hat turbulente Jahre hinter sich und lebt zurückgezogen zusammen mit seinen Coyoten, die er von Welpen an aufgezogen hat. Coyoten lassen sich eigentlich nicht zähmen, aber irgendwie ist es ihm gelungen. Jedenfalls ist Ben Sarah gegenüber erstmal nicht die Ausgeburt an Höflichkeit, aber das ändert sich im Laufe der Zeit ;)

Diese Begegnung zweier so unterschiedlicher Menschen, mit höchst unterschiedlichem Backround (Jüdin/Indianer, Citygirl/Eremit) und aus extrem unterschiedlichen Welten stammend ist für beide lebensverändernd. Für mich als Leser war es eine Wonne dabei sein zu dürfen wie sie sich darüber hinaus nicht nur verlieben, sondern beide anfangen zu leben! Normalerweise begegnen sich Menschen die aus so verscheidenen Welten kommen erst gar nicht. Die Idee diese beiden aufeinander prallen zu lassen und sie verschmelzen zu lassen, als die legendären zwei zueinder gehörenden Hälften, hat die Autorin wundervoll beschrieben und nicht nur das. Sie hat die Emotionen transportiert und mich als Leser in ihren Bann gezogen. Faszinierend war, wie tief diese Geschichte geht, an der Oberfläche mag sie wie eine konstruierte 0/8/15 Story aussehen, doch die Autorin zeigt auf wie das Leben einen eben immer überraschen kann. Sie zeigt die Sorgen der Menschen auf, die Freuden, Leidenschaften, innere Kämpfe und saugte mich total ein in die Psyche ihrer Figuren, in deren Komplexität. Darüber hinaus lässt sie einen das Konzept von "Zugehörigkeit" neu überdenken. Das Ganze verpackt sie in eine wunderschöne Liebesgeschichte, die ich nur jedem ans Herz legen kann der des Englischen mächtig ist. Für mich eines meiner alltime-favorites und deswegen wollte ich euch davon erzählen. Coyote Dream bringt einen zum lachen, weinen, seufzen und vor allem vermittelt es eine relativ "realistische" Grundstimmung, ohne dabei zu sehr ins Melodramatische oder gar Tragische abzudriften. Für mich war die Mischung perfekt.

Die Autorin ist Psychologin, von daher erstaunt es vielleicht nicht, wie ausgefeilt und tief ihre Charaktere sind. Dass dies bislang das einzige Buch der Autorin ist, und keine weiteren Auflagen gedruckt wurden - es also kein Bestseller war - wundert mich etwas. Vielleicht liegt es daran, dass es für die "Oprah Listen"-Leser zu sehr Liro war und für die Liro Leser zu sehr nach zeitgenössischem Gesellschaftsroman klang. Ich weiß es nicht. Für mich ist es ein lesenswerter und empfehlenswerter Liro :)

Eure Cleopatra

Dienstag, 1. September 2009

Interview mit der Autorin Tanya Carpenter


Tanya Carpenters Serie „Ruf des Blutes“ hat nicht nur Orchidee völlig in ihren Bann gezogen (eine ausführliche Serienbesprechung von Orchidee folgt in den nächsten Tagen), sondern auch viele Leserinnen und Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Als eine der ersten deutschen Autorinnen, die im Bereich Vampirroman verlegt haben, hat sie sich schnell in die Herzen ihrer LeserInnen geschrieben. Ihre außergewöhnliche Vampir Serie erscheint seit 2007 im Sieben Verlag, wobei der erste Band ab Januar 2010 nun auch als Taschenbuch beim Diana Verlag erhältlich sein wird. Die Autorin lebt im schönen Hessen, ist viel beschäftigt und oft unterwegs, von daher freuen wir uns sehr, dass sie sich die Zeit genommen hat uns ein Interview zu geben!

Liebe Tanya,

zunächst einmal möchten wir uns herzlich bei dir bedanken, zum einen natürlich für deine tollen Bücher, zum anderen für dieses Interview, denn wir freuen uns sehr, dich ein wenig löchern zu dürfen ;)

Tanya Carpenter: Aber gern doch. Immer nur her mit den Fragen.

l-e: Du hast nicht nur mal eben einen kleinen Vampirroman geschrieben, sondern quasi ein Epos. Wie lange hast du daran gearbeitet?

Tanya Carpenter: Die Rohversion des ersten Romans war innerhalb eines Jahres fertig. Dann habe ich nach einem Verlag gesucht und dabei immer wieder überarbeitet. An den Folgebänden habe ich zeitgleich auch immer weitergeschrieben, sie sind alle noch nicht fertig, aber überall steht schon ein recht solides Grundgerüst aus Szenen mit dem sich schnell weiterarbeiten läßt. Insofern kann man also schon sagen, dass es ein jahrelanges Projekt ist, eine permanente Entwicklung, bei der sich noch immer vieles im Verlauf des Schreibens ändert und angepasst werden muss. Im Durchschnitt brauch ich momentan für die Fertigstellung eines weiteren Bandes jeweils 12 Monate, wobei ich ja nicht permanent nur daran arbeite, weil ich auch viele andere Projekte habe. Reine, effektive Schreibzeit für einen Roman würde ich mal 3-4 Monate schätzen und noch mal 1-2 für Lektorat und Überarbeitung.

l-e: Warum gerade Vampire?

Tanya Carpenter: Ich habe einen Hang zu Mystik und Magie. Außerdem gefiel mir die moderne Vampir-Literatur von Anne Rice oder Poppy Z. Brite. Vor allem die Rice-Vampire sprachen mich sehr an und so habe ich angefangen, selbst einen Vampirroman zu schreiben. Ich mag die düstere und sinnliche Macht, die den Vampiren innewohnt. Schöne Verführer mit einer schwarzen Seele. Der Rest kam von selbst, denn bei mir entwickeln sich Geschichten während des Schreibens. Am Anfang steht nur ein ganz grober Plot, der aber sehr wandelbar und flexibel ist. Zum Beispiel sollte eigentlich Armand das Zentrum der Geschichte sein, nun ist es Melissa geworden. Aber ich würde so eine Entwicklung niemals aufhalten, denn ich finde, es hat seinen Sinn, warum sich eine Geschichte so entwickelt und deshalb folge ich dann dem Weg, den der Faden nimmt, statt ihn zwanghaft in eine vorgefertigte Richtung zu lenken.

l-e: Als Vorreiter hat man es meistens etwas schwerer. Zu dem Zeitpunkt als du einen Verlag für deine Geschichte gesucht hast, hatten Autoren wie Anne Rice, Laurell K. Hamilton oder sogar schon J.R. Ward in den USA bereits angestammte Bestsellerplätze. Als begeisterter Leser des Genres seit über 12 Jahren (amerikanische Originale) hatte ich eine zeitlang den Eindruck, dass das Vampirgenre hier in Deutschland viel zu lange nicht sonderlich ernst genommen wurde. Letztendlich hast du als eine der ersten deutschen Vampirroman-Autoren den Markt hier eines Besseren belehren können und mit dazu beigetragen, dass dieses Genre auch hier salonfähig wurde. War es hart für dich dein Manuskript unterzubringen?

Tanya Carpenter: Ja, das kann man so sagen. Als unerfahrener No-Name, der ich nun mal war und deutsche Autorin mit einem Vampirroman, der dazu noch Überlänge besaß, was sehr viel Arbeit bedeutete, um es druckreif zu machen. Da kam einiges zusammen und es hat nur Absagen gehagelt. Martina Campbell und ihr Sieben-Verlag waren ein Glücksfall für mich, und ich bin sehr froh, dass ich mich auch ein Stückweit als Glücksfall für sie erwiesen habe, denn die Romane laufen ja sehr gut.

l- e: Der dreiste Vorwurf, selbst aus angeblichen Spezialisten-Mündern (wie z.B. ein selbsternannter Fachmann bei SAT1 neulich in die Kamera sprach) die modernen und momentan erfolgreichen Vampirroman Autoren seien alles Trittbrettfahrer von Stephenie Meyer, auf freilich niedrigstem Niveau, stimmt viele langjährige Leser des Genres gelinde gesagt etwas grimmig. Wie gehst du mit solchen Aussagen persönlich um?

Tanya Carpenter: Man kann sie eigentlich nur belächeln. Sich darüber aufregen bringt nichts und die Leser (auf die es letztlich einzig und allein wirklich ankommt) wissen es ja besser. Außerdem möchte ich ungern mit Stephenie Meyer verglichen werden und vergleiche mich selbst auch nicht mit ihr. Ihre Romane sind vorrangig Jugendromane, viele andere deutsche Vampirromane sind das keineswegs. Ich denke, da muss man das Genre Vampirroman auch noch mal in sehr viele unterschiedliche Bereiche aufteilen. Ein Markus Heitz schreibt zum Beispiel auch wieder eine ganz andere Stilrichtung in seinen Vampirromanen. Es gibt Romance, die Jugendromane, Dark, die Klassischen, Humoriges, das ist so vielfältig, es wäre ungerecht, das alles einfach über einen Kamm scheren zu wollen. Auch bei den Lesern gehen die Meinungen über dieser Untergenre stark auseinander, weil jeder seine eigenen Vorlieben hat.

l-e: Mich als Leser fasziniert mit am meisten an Autoren dieser Quell an Ideen der das Erschaffen einer neuen Welt und Charakteren ermöglicht, der letztendlich die Leser in seinen Bann zieht. Hast du diese Quelle die du in dir anzapfst schon immer gespürt? Wolltest du schon immer schreiben?

Tanya Carpenter: Ich war immer schon ein sehr phantasievolles Kind, habe meine eigene kleine Welt um mich herum erschaffen. Durch meinen Vater lernte ich mit 4 Jahren lesen und schreiben, verfasste selbst Kurzgeschichten über Tiere, später über Liebesromanzen und immer auch viel Lyrik, um meine Gefühle und Erlebnisse zu verarbeiten. Die Romane entwickelten sich nach und nach. Was ich aber ganz klar sagen kann ist, dass die Quelle immer da war und dass sie nahezu unerschöpflich ist. Fast täglich kommen neue Ideen hinzu; ich glaube nicht, dass ein Menschenleben reichen wird, sie alle zu Papier zu bringen. Und das Ganze potenziert sich durch die Zusammenarbeit innerhalb des Dark (K)Nights-Autorenensembles noch mal erheblich. Vor allem mit Melanie Wiechert kann ich nie telefonieren oder zusammensitzen, ohne dass wir zwei irgendwelche Plots entwickeln. Das ist ein Selbstläufer. Wir lachen viel dabei, was sehr gut tut und die Kreativität fördert. Auch bei Mark und mir ergeben häufig Sätze und Geschehnisse gleich den ersten Faden für eine neue Idee, innerhalb bestehender Serien oder für neue Projekte.

l-e: Was würdest du sagen unterscheidet deine Vampirromane von anderen?

Tanya Carpenter: Bei mir stehen die Charaktere mehr im Vordergrund, als die Geschichte. Ihre Konflikte – die inneren und die untereinander – machen das Besondere aus. Ich arbeite sie sehr gründlich aus, lass sie sich selbst weiterentwickeln. Man kann sagen, ich schaue ihnen dabei zu, wie eine Mutter ihren Kindern. Ab und an lenke ich sie wieder auf den rechten Weg, lasse ihnen aber alle Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen und erlebe voller Freude und Spannung, was aus ihnen wird.

Außerdem bin ich kein Freund von immer denselben Strukturen, ich habe verschiedene Vampirarten mit unterschiedlichen Legenden, mische Klassisches mit neuen Überlegung, das macht es vielfältig und immer wieder neu.

l-e: Wir könnten uns vorstellen, dass man als Autor zu jeder Figur ein besonderes Verhältnis entwickelt. Welche deiner Figuren ist dir am liebsten, welche dir am meisten ans Herz gewachsen und wen kannst du vielleicht selbst nicht leiden? :)

Tanya Carpenter: Ich finde es wichtig, als Autor eine Bindung zu seinen Figuren zu entwickeln. Wie soll ich ihnen sonst Leben einhauchen, wie mit ihnen mitfühlen und das dann auch dem Leser wiedergeben? Das Problem vieler, die gerne als Autor arbeiten möchten, ist die Distanz zu den Charakteren, die leider auch in den Texten immer spürbar ist. Dann fesselt eine Geschichte nicht so richtig.

Es gibt keinen Char, den ich gar nicht mag, ich kenne ihre Stärken und Schwächen, weiß, was sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Mein Lieblingscharakter aus der Ruf des Blutes-Serie ist Lucien. Weil er so herrlich kompromisslos ist, um seine Macht weiß und sie skrupellos einsetzt. Er zieht im Hintergrund mehr Fäden, als man ahnt. Das wird im Lauf der Serie erst deutlich.


l-e: Wie viele Teile lang dürfen wir Melissa Ravenwood in der Ruf des Blutes Reihe noch begleiten? Gibt es noch andere Projekte an denen du arbeitest?

Tanya Carpenter: Ich arbeite immer an sehr vielen Projekten gleichzeitig, wobei natürlich der Schwerpunkt derzeit auf der RdB-Serie liegt. Es soll 6 Bände um Melissa geben, dann ist ihre Geschichte abgeschlossen.

Bonusbände über Armand, Lucien und Franklin sind denkbar und in Arbeit, ob sie auch in Druck gehen, wird man sehen. Das liegt ja auch immer am Verlag und an der Nachfrage, aber ich bin da recht optimistisch. Ansonsten schreibe ich derzeit ja auch viele Kurgeschichten für Anthologien von Alisha Bionda, zwei Gemeinschaftsprojekte mit Mark Staats über Vampire, zwei humorige Serien (eine mit Melanie Wiechert und eine mit dem kompletten Dark (K)Nights-Ensemble), die auf LITERRA starten sollen und jede Menge Fantasy und Dark Fantasy, teils ebenfalls durchaus humorig. Man darf sich also noch auf mehr von mir freuen. ;-) Und da sind die Lyrikprojekte, Krimis und Lovestorys noch gar nicht mitgerechnet. Sogar ein Kinderbuch habe ich angefangen. Ich lege mich halt ungern auf ein Thema fest, es wär zu schade um die Ideen aus den anderen Bereichen.

l-e: Wer einmal eine Lesung von dir miterleben durfte, der weiß, dass du meistens nicht nur einfach liest, sondern du und dein Partner, Mark Staats, machen immer auch einen sehenswerten Event daraus. Sich hinsetzen und einfach vorlesen ist ja im Grunde nicht sonderlich schwer, auch wenn es den ein oder anderen Überwindung kostet, aber seine Figuren zu verkörpern, inkl. Kostüm etc., das ist schon etwas Besonderes und macht den Zuhörern einen Riesenspaß – erfordert zudem auch etwas Mut von eurer Seite. Oder seht ihr das ganz locker? Wie kam es überhaupt dazu?

Tanya Carpenter: Es fing damit an, dass ich ein Gedicht für Mark schreiben sollte, zum Geburtstag seiner Mutter und ich lapidar meinte: „Okay, wenn du mir dafür den Lucien auf einer Lesung machst.“ Er hat zugesagt und wir haben auf der Marburg Con 2008 das erste Mal eine Dialoglesung gemacht. Da Mark aus der Rollenspielszene kommt und darüber hinaus eine Regieausbildung hat, ist er jemand, der so was gut in Szene setzen kann. Ich spiele liebend gern verschiedene Rollen, so kam es dann dazu, dass wir im nächsten Step passende Outfits besorgten und das entwickelt sich Stück für Stück weiter. Dialoglesen macht einfach viel mehr Spaß und nimmt meiner Erfahrung nach auch ein Stück Nervosität. Inzwischen bin ich kein bisschen mehr nervös oder aufgeregt bei einer Lesung, es waren auch sehr viele in den letzten zwei Jahren, da macht es irgendwann die Routine. Die Charaktere kommen besser rüber, wenn man mit verteilten Rollen liest und das Publikum geht mehr mit. Ähnlich einem Theaterstück. Mit dem Dark (K)Nights-Ensemble planen wir für nächstes Jahr auch Lesungen wo 3 Leuten gemeinsam ein Stück vortragen. Inzwischen haben wir Musik und Lichteffekte dazu genommen und schauen gerade nach Headset-Micros, damit es auch in größeren Räumen gut wirkt. So was baut sich nach und nach auf, aber an Events haben die Leute auch viel mehr Spaß und es bleibt länger in den Köpfen. Wenn die Leute rausgehen aus der Lesung und das Gefühl haben, gut unterhalten worden zu sein, dann sind wir glücklich.

l-e: Wo kann man dich als nächstes sehen und hören?

Tanya Carpenter: In diesem Jahr steht noch am 17.10. die BuCon in Dreieich-Sprendlingen und am 07.11. die Fantasy Days in Düsseldorf morgens und das Café Wahn in Gießen abends. Danach ist für dieses Jahr wohl erst mal Ruhe, aber die ersten Termine für 2010 stehen auch schon wieder fest.

l-e: Zum Schluß natürlich unser Hauptthema, Lieblingsbücher und Autoren: Welche sind denn deine?

Tanya Carpenter: Ich lese sehr gerne die historischen Romane von Gabaldon, von Anne Rice eher die älteren Sachen, die neuen sind nicht mehr so mein Ding. Fantasy und Historie allgemein mag ich sehr, z.B. auch die Bücher von Christian Jacq. Aber ich habe leider nur noch sehr wenig Zeit zum Lesen und wenn, dann sind es meist Rezibücher.

l-e: Welche Frage wird dir am häufigsten gestellt?

Tanya Carpenter: Die häufigste Frage ist natürlich, wann der nächste Roman kommt. *lacht* Der kommt planmäßig im Frühjahr nächsten Jahres. Was es bis dahin noch so alles geben wird und wie sich das nächste Jahr mit Veröffentlichungen für mich entwickelt, muss man abwarten. Pläne gibt es viele. Im Januar erscheint meine „Tochter der Dunkelheit“ auch im Diana-Verlag als Lizenzausgabe, worauf ich sehr stolz bin.


Davon losgelöst möchte ich vor allem sagen, wie glücklich und dankbar ich bin für die Menschen, die meinen Weg begleiten und mich unterstützen. Martina, Alisha, Mark, Mel, Linda, Andrea, meine Mutter, meine Freundinnen. Wenn auch nur einer dieser Menschen fehlen würde, wäre ich nicht, was ich bin. Und wenn ich meine Tiere nicht hätte, bei denen ich auftanken und zur Ruhe kommen kann, könnte ich manchen Berg nicht bezwingen, denn natürlich ist ein Leben, wie ich es derzeit führe auch stressig. Mit zwei Vollzeitjobs und den privaten Verpflichtungen. Doch bei jeder Lesung, jeder Messe und jeder Mail von meinen Lesern weiß ich, dass es das auf jeden Fall wert ist.

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Ein Besuch auf der
Homepage von Tanya Carpenter
sowie hier bei den Dark(K)nights
lohnt sich auf alle Fälle. Dort findet ihr ihre Bibliographie sowie Kurzgeschichten und Gedichte der Autorin. Ein weiteres interessantes Interview findet man auf der Randomhouse Verlagsseite

Leseproben (Einfach auf die Titel klicken)
Tochter der Dunkelheit
Engelstränen
Dämonenring
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Eure Cleopatra (die gerade in der HTML-Hölle weilt und euch bittet die unterschiedlichen Schriftarten zu entschuldigen ...)



 
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