Montag, 19. Oktober 2009

Interview mit romantic suspense Autorin Pamela Clare

Seit 1. Oktober ist Pamela Clares 3. Teil der I-Team Serie auf Deutsch zu haben: Süß ist die Angst

Aus diesem Anlass haben wir mit der Autorin ein Interview geführt, das uns ein bisschen was über die Autorin erfahren lässt und vor allem spannende Informationen über ihre Recherche zu diesem Buch und zu ihrer I-Team Serie enthält.


Viel Spaß!

Liebe Pamela,

Immer wenn ich deine Romantic Suspense (Lady Thriller) Bücher lese, habe ich dieses „diese Autorin weiß worüber sie schreibt“- Gefühl. Darüber hinaus hast du es bei mir geschafft, den Ruf des Reporters in Suspense Büchern wieder etwas aufzupolieren, denn in den meisten Büchern (und vielen Filmen) die ich kenne, ist der Reporter an sich oft ein nerviger und sich selbst überschätzender Nebencharakter im Plot. Wie beispielsweise in den "Die Hard "Filmen mit Bruce Willis. Es ist toll, dass deine Heldinnen sich wie Menschen benehmen, und in keinster Weise diese nervigen Merkmale besitzen. Sie erinnern mehr an Lois Lane und sie alle bekommen ihren persönlichen Superman am Ende :) War es deine Absicht sie von einem typischen Böser Reporter Bild abzugrenzen?

Als Bruce Willis diesem TV-Reporter im ersten DIE HARD Film eine verkauft hat, habe ich genauso applaudiert wie alle anderen. Es ist schade, dass Reporter oftmals diesen Ruf haben, denn Journalisten spielen im normalen Leben in einer freien Gesellschaft eine sehr wichtige Rolle. Daran glaube ich fest und ich versuche diese Verantwortung sehr ernst zu nehmen. Ja, Reporter stellen eine Menge Fragen und manchmal sind diese Fragen nervtötend. Aber man hofft dabei immer, dass diese Fragen den richtigen Leuten über die richtigen Dinge gestellt werden. Ich missbillige und bedaure die sogenannten Sensations-Journalisten, und die Paparazzi – Reporter die die Privatsphäre anderer misachten. Idealerweise sind Journalisten dazu angehalten, den Leuten die keine Stimme haben, eine zu geben, quasi als Wachhunde zu fungieren, gegen die mächtige Gewalt einer Regierung, oder einem Militär und der Weltgemeinschaft.

Es war nicht meine Intention so zu schreiben, dass es nach außen hin ein besseres Bild vom wahren Reporter darstellt, aber es macht mich froh zu hören, dass meine Bücher diesen Effekt haben. Ich habe versucht das zu vermitteln, was ich in 20 Jahren über Journalismus da draußen, und 15 Jahren davon allein im Bereich Enthüllungsjournalismus, erlebt habe. Ich war die erste weibliche Chefredakteurin bei zwei verschiedenen Zeitungen und bin seit 1998 für die Redaktion verantwortlich.

Was hat dich dazu bewegt den ersten Schritt vom Artikel schreiben als Journalist, zum Schreiben von Büchern zu tun.

Tatsächlich wollte ich schon Bücher schreiben als ich noch ein kleines Mädchen war. Ich habe mich für Journalismus entschieden, weil ich hoffte zu lernen wie man schreibt, und während ich dabei war stellte ich fest, dass Journlismus gute Dinge in der Welt vollbringen kann. Also, obwohl ich den Weg des Journalisten quasi als Brücke zum Schriftsteller gewählt habe, habe ich meine Karriere als Journalist immer sehr ernst genommen. Meinen ersten Historical, Sweet Release, habe ich im selben Jahr begonnen, in dem ich auch anfing Vollzeit als Reporterin zu arbeiten – das war 1994. Aber jetzt komme ich endlich an den Punkt, an dem ich in der Lage sein werde mich langsam vom Journalismus zu verabschieden und mich dem Vollzeitschreiben mehr zu widmen. Der Gedanke daran ist sehr aufregend, denn beides gleichzeitig unter einen Hut zu bringen ist sehr anstrengend. Wenn ich nicht mehr für die Zeitung arbeite, werde ich in der Lage sein viel schneller zu schreiben.

Bevor du angefangen hast romantic suspense (Lady Thriller) zu schreiben, hast du historicals geschrieben. Eines der Bücher wurde ins Deutsche übersetzt. (Die Schöne und der Sklave, Cora). Deine historicals haben das Setting des Konflinkts den man in den USA den Französischen und Indianer Krieg bezeichnet. Das ist kein übliches Setting für historicals. Warum hast du dir gerade diese Zeit und diesen Ort ausgewählt?

Ich liebe diesen Teil unserer amerikanischen Geschichte. Ich kann gar nicht genau sagen warum eigentlich. Ich weiß nur, dass meine Vorfahren – beides Britische und Indianische – in diesem Krieg gekämpft haben, also ist es vielleicht sowas wie ein persönlicher Bezug zu dieser Periode. Darüber hinaus liebe ich diesen Kulturmix, und die Herausforderung über eine förmlich unüberschaubare Kriegsfront zu schreiben, die fast als ein eigenständiger Charakter in den Büchern fungiert. Das Leben war „kurz und schmerzlos“ in dieser Zeit und damals sind Welten aufeinander gestoßen. Es gab so viel Bewegung, Aufregung und Drama... Ich glaube in der gesamten Geschichte Amerikas gab es keine vergleichbare Zeit.

Schreibst du noch an den historicals?

Ja, es kommen noch mehr Hirstoricals. Ich kann aber im Moment noch nicht sagen wann. Ich hoffe ich kann demnächst die Zeit aufbringen an dem nächsten Teil der MacKinnon’s Rangers zu arbeiten. Ich liebe es historicals zu schreiben, auch weil ich die Recherchen hierzu so sehr genieße. Ich habe dabei das Gefühl die alten Zeiten um mich herum wieder zum Leben zu erwecken, ich liebe das. Ich versuche sehr, dieses Gefühl auf meine Leser zu übertragen, so dass auch sie sich fühlen, als wären sie mittendrin in der Vergangenheit.

Du hast zunächst nur historicals geschrieben und bist dann erst auf Romantic Suspense umgestiegen. Gibt es eine Hintergrundgesichte dazu?

Ja, die gibt es in der Tat. Ich steckte inmitten einer Untersuchung bezüglich einer Zement Firma und bekam Drohungen von den Arbeitern dort, die Angst hatten ich würde etwas finden und an die Öffentlichkeit bringen, was dazu führen könnte, dass sie ihre Jobs verlieren und der Laden dicht gemacht wird. Ein Bekannter einer der zuständigen Behörden rief mich eines Tages an und teilte mir mit, er sorge sich um mein Wohlergehen. Er hätte eine Rede des Managements der Firma mit angehört in der sie den Angestellten sagten sie würden alle ihre Job verlieren. Wegen mir. Er sagte: „Diese Jungs werden nicht einfach nur einen Beschwerdebrief zu deinem Chef schicken. Sie werden dich mit Baseballschlägern weichklopfen“.

Ehrlich gesagt, hat mich das nicht sonderlich beeindruckt, denn über die Jahre hatte ich bereits einige Mordandrohungen und zwei Stalker zu verdauen. Später am Abend erzählte ich meiner Agentin, im Zuge einer Unterhaltung über meinen neuesten Historical, von meinem Arbeitstag. Sie sagte: „Warum schreibst du nicht Romantic Suspense? Du lebst das schließlich jeden Tag“. Und ich antwortete ihr: „Ja, alles. Außer dem „romantisch“ Part.“

Als also der Historical fertiggestellt war, ermutigte meine Agentin mich einen Contemporary zu schreiben. Und dieser Roman wurde dann Extreme Exposure, welcher nicht ins Deutsche übersetzt wurde (dieser Teil erschien vor „Kalt wie der Tod“ und „Süß ist die Angst“ und erzählt die Geschichte von Kara und Reece.)

Demnach beeinflusst dein Job als Enthüllungsjournalistin die Themenwahl deiner Lady Thriller Bücher?

Absolut. Extreme Exposure hatte das Thema Umweltverschmutzungs-Untersuchung bei einer Zement Fabrik. Kalt wie der Tod entstand 18 Monate nachdem ich mehrere Fälle von Menschenhandel im Bereich Prostitution im Bundesstaat Colorado recherchiert hatte. „Süß ist die Angst“ enstand aus einer Reihe von Artikeln die im Laufe eines Jahrzentes entstanden sind, mit dem Thema Staatsgefägnisse im Allgemeinen und das Leben weiblicher Insassen dort im Besonderen. Naked Edge, welches ich gerade beendet habe ist Buch Nr. 4 der I-Team Serie, und basiert auf 15 Jahre lang berichten über Indianderfragen – und meiner Erfahrung, dass ich beinahe gestorben wäre, als ich beim Klettern in den Bergen abgestürzt bin.

Ich habe das Glück, oder das Pech - je nachdem wie man es nimmt - ein ausgesprochen aufregendes Leben zu führen, das mir Erfahrungen schenkt, die nicht unmittelbar etwas mit meinem Job zu tun haben. Wie das Herunterfallen von Bergen beispielsweise. In Extreme Exposure zum Beispiel verarbeitete ich die Erfahrung eines Einbruchs bei mir daheim, und wie man sich fühlt wenn so etwas passiert und man ist allein zuhause. Für meine Heldin war es ein Kerl mit einer Knarre, im wahren Leben waren es bei mir zwei Männer mit Klappmessern. Und „Naked Edge“ ist der tatsächliche Name einer Klettertour in den Bergen in meiner Nähe. Klettern war schon immer ein großer Teil meines Lebens. Ich wuchs auf mit einem passionierten Bergsteiger und Kletterer als Vater auf, insofern habe ich wirklich jedes Wochenende in den Bergen verbracht. In Naked Edge findet sich eine Menge davon wieder.

Lass uns einen Moment über „Süß ist die Angst“ sprechen. Für dieses Buch hast du zu einer sehr ungewöhnlichen Recherche-Methode gegriffen und hast dich für 24 Stunden „einbuchten“ lassen, erzähl uns bitte mehr darüber!

Ich habe vielleicht 12 Jahre meines Berufslebens damit zugebracht über Gefängnis-Probleme zu berichten, speziell über Frauen im Gefängnis. Ich kam an den Punkt wo ich dachte, dass ich deren Probleme besser verstehen würden, wenn ich selbst einmal dort einsitzen würde. Es hat eine ziemliche Weile gedauert die Gefängnisleitung von meinem Projekt zu überzeugen. Für die war es natürlich sehr unüblich und ungewohnt einen unschuldigen Menschen oder Journalisten zwischen ihre Insassen zu lassen. Ich musste ihnen schriftlich zusichern, dass weder ich noch meine Familie sie anzeigen würden, sollte ich innerhalb dieser 24 Stunden verletzt, auf Dauer behindert oder umgebracht werden von den Insassen, plus ich musste mich damit einverstanden erklären, dass man mich behandelte wie jeden anderen Insassen auch. Da dies der Grund war warum ich das überhaupt tat, akzeptierte ich die Bedingungen.

Also ging ich in den Bau, unter dem Deckmantel ein schweres Verbrechen begangen zu haben. Ich wählte Mord als mein Vergehen. (Wenn schon, denn schon) Man legte mir Handschellen an, nahm meine Fingerabdrücke, fotografierte mich und man unterzog mich einer Ganzkörperleibesvisitation, bevor man mich in einer Fraueneinheit hinter einer 15 cm dicken Stahltür einschloss. Das waren wahrscheinlich die 24 furchteinflößensten Stunden meiner gesamten Journalistenkarriere. Die Welt da drinnen unterscheidet sich maßgeblich von der hier draußen, das habe ich sofort festgestellt. Ein paar mal bin ich beinahe verprügelt worden, aber glücklicherweise kam es nie dazu. Was ich aber mitgenommen habe, ist die Erfahrung wie es tatsächlich ist eine Insassin in einem Gefängnis in unserem Bundesstaat zu sein.

Über Jahre hinweg wollte ich dann diese Erfahrungen unbedingt einmal in einem Roman verarbeiten. Letztendlich bekam ich bei Süß ist die Angst die Chance dazu. Ich konnte den ganzen Insider-Jargon aus dem Knast einbringen, den ich gelernt habe, und ich konnte hie und da was von meinen eigenen Erlebnissen hinter Gittern mit einfließen lassen. Ich denke das Buch konnte aufgrund der vielen Details die ich im Gefängnis gesehen und gelernt habe, nur gewinnen, und diese wären auch nicht drin, wenn ich dieses Experiment nicht gewagt hätte. Es macht die Geschichte ein Stück weit realer, als sie sich sonst angefühlt hätte.

Die Gesichte selbst enthält Teile verschiender Recherchen die ich gemacht habe und ist dem totgeborenen Baby einer Insassin gewidmet, deren Wehen vom Wachpersonal ignoriert wurden, was zur Folge hatte, dass ihr Kind noch im Mutterleib verstarb. Ich musste diese Story an eine Öffentlichkeit bringen, die hier in Amerika nicht sonderlich an den Zuständen in unseren Gefängnissen interessiert ist. Sie sagen, „hey wen kümmern die denn schon, die haben sich doch selbst dahinmanövriert, oder?“ Besagte Frau ist heute in Freiheit und es geht ihr gut. Als ich das Buch beendet hatte, traf ich mich mit ihr zum essen und gab ihr ein frisch gedrucktes Exemplar. Als sie die Widmung las, kamen ihr die Tränen. Sie las das Buch und versicherte mir es fühle sich sehr real für sie an, und sie sollte es wissen, denn sie saß sechs Jahre im Staatsgefängnis ein.

Du hast eine zeitlang in Dänemark gelebt. Wie kam es dazu und zieht es dich irgendwann mal wieder richtung Europa?

Ich liebe Europa. Findet mir einen tollen europäischen Ehemann und ich bin sofort wieder da! *lacht* Ich war damals als Austauschstudentin in Dänemarkt. Auf der High-School hatte ich Deutsch belegt und wollte ursprünglich nach Deutschland, aber das klappte nicht, also ging ich für ein Jahr in meinem Abschlussjahr nach Dänemark. Letztlich verliebte ich mich in Land und Leute dort und hatte auch oft die Möglichkeit nach Deutschland zu reisen. Als ich 20 Jahre alt wurde ging ich zurück in die Staaten. Aber es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich Dänemark nicht schrecklich vermisse. Ich habe heute noch viele liebe Freunde dort und ich hoffe eines Tages dort für immer zu leben.

Wann können wir mit dem nächsten Band der I-Team Reihe rechnen?

Ich habe Naked Edge bereits fertiggestellt, das Buch ist aber noch nicht ins Ausland verkauft. Ich hoffe aber, dass es auch in Deutschland übersetzt wird. Das Buch handelt von Kat. Sie ist eine Navajo Indianerin. Sie trifft auf Gabe Rossiter, einen Bergsteiger und Mountain Park Ranger, der ihr das Leben rettet nachdem sie beim Wandern gestürzt ist. (Klingt bekannt, nicht? *lacht*) Die Geschichte ist gespickt mit vielen Details über das moderne Leben eines Indianers von heute in den USA, insbesondere aus der Perspektive eines Navajo. Mein Lektor war begeistert und hat das Manuskript ohne Überarbeitung übernommen. Das war sehr ermutigend.

Möchtest du noch etwas deinen deutschen Lesern sagen?

(Anmerkung: Diesen Text hat Pamela selbst auf Deutsch geschrieben)

Liebe Leser, vielen Dank für Eure Unterstützung. Ich liebe Deutschland und hatte dort lustige Abenteuer mit meinen dänischen Freunden (vor allem auf dem Bahnhof in München). Ich hoffe ihr nehmt euch die Zeit und schreibt mir ein E-Mail. Schreibt gerne in Deutsch oder Englisch, und ich verspreche, wieder zu schreiben, sobald ich kann. Bitte macht euch keine Sorgen zu sprechen perfekt Englisch. Wie ihr sehen, mein Deutsch ist nicht sehr gut. Ich hoffe, dass Deutschland zu besuchen nächste Mal bin ich in Dänemark, und vielleicht kann ich einige von Ihnen dann treffen.

Danke für dieses wundervolle Interview Pamela

Ich Danke Euch

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Hier gehts zum offiziellen Buch Trailer der Originalversion "Unlawful Contact".


Mehr über Pamela erfahrt ihr auf ihrer Website: http://www.pamelaclare.com/
Rezension zum Buch: Süß ist die Angst / Unlawful Contact

Biblioprahie:
1. Extreme Exposure
2. Hard Evidence - Kalt wie der Tod
3. Unlawful Contact - Süß ist die Angst
4. Naked Edge
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Eure Cleopatra

 
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