Sonntag, 8. November 2009

Rezension "Die Spur der Katze" - Michelle Raven

Es gibt Bücher, die sind für mich eindeutig Herbst/Winter-Schmöker. Man nimmt sie auf, kommt runter vom Alltagsstress, zieht sich zurück und lässt sich reinführen in eine andere Welt. Während man dann gemütlich eingekuschelt, draußen den Blättern im Herbssturm nur manchmal nachschauend aus der sicheren Entfernung seines Wohnzimmers die Abenteuer anderer Leute - oder eben Gestaltwandler - auf sich wirken lässt, merkt man gar nicht wie man leise umsponnen wird und nicht mehr aufhören mag zu lesen.

Zum Inhalt:
Tief im Wald, zurückgezogen und verborgen vor den Menschen lebt eine Gruppe von Gestaltwandlern. Sie sind Berglöwenmenschen, und sie haben guten Grund ihre Existenz vor den Menschen zu verbergen, denn es liegt nunmal in der Natur des Menschen alles Andersartige zu untersuchen und zu erforschen - ohne Rücksicht auf Verluste. Als der junge Bowen aus der Gruppe nun von ebenso neugierigen wie skrupellosen Menschen entführt wird, macht sich der Berglöwenmann Coyle auf ihn zu suchen. (Die Berglöwen leben zwar in einer Siedlung zusammen, sind aber aufgrund ihrer Natur doch eher Einzelgänger, es ist nur sicherer als Gruppe und macht Sinn, da sie ja auch teilweise menschlich sind. Es sind eben Mischwesen die beide Seiten in sich vereinen.) Coyles Suche endet allerdings unfreiwillig vorzeitig und er kann sich gerade noch auf die Veranda einer Hütte retten, verletzt und hilflos. Die Bewohnerin der Hütte, die Journalistin Marisa, findet den Mann splitterfasernackt und bewusstlos vor, nimmt ihn kurzentschlossen bei sich auf und kümmert sich um seine Verletzungen. Marisa hatte an und für sich vor, allen Aufregungen in ihrem Leben den Rücken zu kehren, doch ihre Begegnung mit Coyle bringt es mehr als durcheinander.

Zunächst kommt die Heldin, Marisa, etwas spröde daher, da sie sich in einer Phase ihres Lebens befindet in der sie erstmal einen Schicksalsschlag zu verdauen hat. Sie hat ihren Freund und ihren Job verloren und sieht sich verantwortlich für den Tod eines Menschen. Ihre Reaktion darauf ist, sich zukünftig möglichst von allem fern zu halten, daher wohnt sie auch sehr abgelegen zusammen mit ihrem Hund Angus - der für mich als Hundefan ein heimlicher Lieblings-"Nebencharakter" geworden ist - in einer kleinen Hütte und will mit nichts und niemandem etwas zu tun haben. Doch weder sie noch Coyle rechnen mit der starken Anziehungskraft zwischen ihnen, Marisa aus og. Gründen und Coyle ist auch einigermaßen überrascht so heftig auf eine Menschenfrau zu reagieren. Was aber beide letztendlich jedoch nicht davon abhält sich näherzukommen.

Als Nebenstrang sehen wir wie der junge Bowen seine Entführung erlebt und die junge Isabel, die Tochter seines Peinigers, kennenlernt. Dieser Nebenstrang hat mich ehrlich gesagt noch mehr berührt als das eigentliche Hauptpaar. Die Szenen mit Bowen und auch Isabel, allein oder zusammen sind sehr intensiv und nahe gehend geschrieben und waren für mich die Highlights in dem Buch.

Während das Tempo der Story anfangs etwas gemächlich in Fahrt kommt, ist das Buch nach einer Weile jedoch nur noch operativ aus den Händen zu entfernen. Man will wissen wie es weitergeht und kann sich auch der Stimmung der Geschichte nicht mehr entziehen.

Ich mochte Michelle Ravens romantic suspense Bücher bereits sehr gern, aber ihr erster Ausflug ins Paranormale ist für mich bisher das beste aus ihrer Feder, das ich gelesen habe.

Eure Cleopatra

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Michelle Raven, der Ghostwalker Website entnommen.
 
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