Dienstag, 15. Dezember 2009

Adventskalenderblatt 15. Dez - Patricia Amber



15. Dezember




3 Fragen an Patricia Amber

Liebe Patricia,
gibt es eine bestimmte Lektüre oder ein spezielles Buch, das von Ihnen an Weihnachten immer wieder hervorgeholt und gelesen wird, das für Sie ganz persönlich einfach zur Weihnachtszeit dazu gehört – auch wenn es beispielsweise gar kein klassisches „Weihnachtsbuch“ ist? Oder vielleicht eine bestimmte Sorte Bücher die an Weihnachten einfach sein müssen?


Es gibt drei Texte, die für mich eng mit Weihnachten verbunden sind. Charles Dickens: "Die Pickwickier" Peter Rossegger: "Als ich die Christtagsfreude holen ging" für meine Tochter: "Mein 24. Dezember" von Achim Bröger



Mit welchem Ihrer eigenen Buchcharaktere würden Sie gerne mal Weihnachten feiern und warum, wie und wo?

Weihnachten würde ich gern mit dem Duc de Gironde aus "Der Graf und die Diebin" verbringen. Wäre allerdings nicht so ganz einfach, vielleicht sogar etwas anstrengend, denn dieser Typ ist ein intelligenter Skeptiker, einer, der Menschen durchschauen kann und wenig Gutes von ihnen erwartet. Dennoch hat er sich die Fähnigkeit bewahrt, das Ungewöhnliche, Unerwartete zu bestaunen, er kann sich an Kunst, Kultur, an den schönen Dingen des Lebens freuen, und er kann sich sogar ernsthaft verlieben. Wobei er diese Liebe vorsichtig verbirgt, denn er fürchtet, sie könnte zerstört werden. Unnötig zu erwähnen, dass er ein ausgezeichneter Liebhaber ist, der genau weiß, was eine Frau sich wünscht.

Haben Sie so etwas wie “mein schönstes Weihnachtserlebnis” oder eine besondere Erinnerung an die Adventszeit, die Sie gerne mit uns teilen möchten?

Eine sehr schöne Erinnerung stammt aus der Zeit, als ich noch ein Kind war. Da herrschte plötzlich heftiger Streit zwischen zweien unserer Nachbarn. Grund: der preisgekrönte, schwarze Zwergpudel war unter dem Zaun zur ebenfalls reinrassigen, preisgekrönten, blonden Cockerspanielhündin durchgeschlüpft, und der Bursche hatte die wenigen Minuten ihres Beisammenseins genutzt, um die Dame zu schwängern. Alle Empörung ihrer Besitzer nutzte gar nichts mehr - die kleinen Bastarde waren unterwegs, und in der Adventszeit warf die blonde Dame sechs pechschwarze, wollige Babys. Meine Mutter, die beschlossen hatte, eines dieser Wollknäule in unseren Haushalt aufzunehmen, ging sie mit mir zum Nachbarn, und wir besahen dort die "Bescherung." Winzig waren sie, schwarz mit runden Knopfaugen und langen Schwänzen. (Erst später habe ich begriffen, dass beide Hunderassen eigentlich lange Schwänze haben, die werden aber brutalerweise "coupiert", d.h. abgehackt - eine ziemlich sinnlose Tierquälerei). Nun, das meiste an den Welpen war eigentlich der dicke, rosige Bauch, wenn er prall gefüllt war, waren sie zufrieden und schliefen, begann er faltig zu werden, quengelte der Welpe und drängelte sich zur Milchbar. Unten am Bauch hatten einige der Babys Zipfelchen, andere nicht. Wir suchten uns damals ein süßes, schwarzes, wuseliges Wesen ohne Zipfelchen aus. Später erwies sie sich als eine sehr clevere, zärtliche Person, die uns über 15 Jahre lang begleitet hat.



Infos zur Autorin: Der Schwerpunkt Patricia Ambers Bücher ist die Unterhaltungsliteratur. Die Palette reicht dabei vom historischen Liebesroman bis zur schwarzen Satire. Unter verschiedenen Pseudonymen schreibt sie ua. Sachbücher, Drehbücher und Geschichten für Kinder.
 
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