Mittwoch, 16. Dezember 2009

Adventskalenderblatt - 16. Dez. Was zum Schmunzeln - Stollen

16 . Dezember


Heute haben wir statt eines Mini-Interviews ein paar Adventsklassiker ausgebuddelt - ab morgen startet dann der Endspurt mit den Autoren-Mini-Interviews bis zum 23.12.2009

Vorneweg ein stimmungsvolles und zugegebenermaßen böses Adventsgedicht von Loriot ;) Danach die Peanuts im Original gefolgt von, das darf in der Adventszeit irgendwie nicht mehr fehlen, dem legendären Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld, und zum Schluss wissenswertes über den Weihnachtsstollen. Viel Vergnügen!!!








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Un nun wollen wir uns mal dem wohl bekanntesten Weihnachtsgebäck überhaupt widmen, dem Christstollen. Die typische Form und das Aussehen des Gebäcks sollen übrigens an das gewickelte Christkind erinnern. Der Stollen ist ein Gebäck aus schwerem Hefeteig, er enthält viel gute Butter oder Margarine sowie eine Menge an Trockenfrüchten, dabei aber im Original ausschließlich Rosinen, Sultaninen oder Korinthen – sowie Zitronat und Orangeat. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte „anno 1329“ in Naumburg an der Saale, als Weihnachtsgabe für den Bischof Heinrich. Damals waren Stollen sehr karge Backwerke aus Hefeteig für das christliche Adventsfasten.

Gott-Sei-Dank hat sich das heute geändert, denn so richtig saftig schmeckt er eben doch am
besten :-). Katholische Dogmen erlaubten damals in der Fastenzeit weder Butter noch Milch. Stollenteige durften also nur aus Wasser, Hafer und Rüböl geknetet werden. Der entsprechend tranige Geschmack sorgte beim Adel zunehmend für Verärgerung und so wandten sich Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Herzog Albrecht im Jahr 1430 an Papst Nikolaus V. mit der Bitte, das Butterverbot für den Stollen aufzuheben. Der Papst lehnte dies ab. Erst Papst Innozenz VIII. schickte 1491 ein als „Butterbrief“ bekanntes Schreiben, das Butter statt Öl erlaubte. Der „Butterbrief“ war an die Bedingung geknüpft, Buße zu zahlen, die unter anderem zum Bau des Freiberger Doms verwendet wurde. Der Butterbrief galt nur für das Herrscherhaus und dessen Lieferanten, wurde wohl aber bald großzügig ausgelegt. Man kann also mit Recht sagen, dass ein Papst am heutigen Stollenrezept mitgewirkt hat.

Nach der Überlieferung war es die Idee des Hofbäckers Heinrich Drasdo in Torgau (Sachsen), den vorweihnachtlichen Fastenstollen zum Weihnachtsfest mit reichhaltigen Zutaten wie zum Beispiel Früchten anureichern. Er schuf aus dem mageren Fastengebäck erstmals das reichhaltige und schwere Festgebäck, das wir heute schätzen. Der „Dresdner Stollen“ war seinerzeit in ganz Sachsen und weit darüber hinaus berühmt. In Dresden werden Christstollen erst 150 Jahre nach Naumburg erwähnt. „Anno 1474“ erscheint der Begriff „Christbrod“ auf einer Rechnung an den Dresdner Hof. Die in Dresden ortsübliche Bezeichnung für den Stollen war damals „Striezel“.

Der Dresdner Striezelmarkt, ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands, verdankt diesem traditionsreichen Gebäck seinen Namen. Seit 1500 wurden in Dresden „Christbrod uff Weihnachten“ verkauft. Ab 1560 übergaben die sächsischen Bäcker ihrem kurfürstlichen Landesherrn alljährlich zum heiligen Fest zwei Weihnachtsstollen von 1,50 Meter Länge und 36 Pfund Gewicht. Acht Meister und acht Gesellen trugen sie zum Schloss. Im Jahre 1730 ließ August der Starke einen Riesenstollen von 1,8 Tonnen backen, der in 24.000 Portionen aufgeteilt wurde.
An dieses Ereignis knüpft das jährlich am Sonnabend vor dem 2. Advent in Dresden stattfindende Stollenfest auf dem Striezelmarkt an. Belegt ist, dass die Bäcker aus den Städten Siebenlehn und Meißen seinerzeit sehr bekannt für ihre Stollen waren. Siebenlehner Bäcker brachten „fuderweise“ Stollen nach Dresden, sehr zum Unmut der dortigen Bäckerzunft. Erst nach Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1648 konnten sich die Dresdner Bäcker das Privileg erkämpfen, nur noch eigene Stollen auf dem Striezelmarkt zu verkaufen. Die Bezeichnung „Dresdner Stollen“ darf seit 1997 nur für im Raum Dresden gebackene Stollen verwendet werden. Über die Bezeichnung „Original“ Dresdner Stollen wacht der „Schutzverband Dresdner Stollen“, der die Interessen von etwa 150 Bäckern und Konditoren im Dresdner Raum vertritt. Wer jetzt Lust auf ein "Nachbacken" bekommen hat, der kann sich ja mal am Originalrezept für den Dresdner Christstollen versuchen: Nach einem über 100 Jahre alten Rezept enthält der Dresdner Stollen bei 3 Pfund Mehl: 300 g Zucker, 1¼ Pfund Butter, ¼ Pfund Rindertalg (heute besser Schmalz), 1½ Pfund Rosinen, in Rum eingeweicht, ¾ Pfund Zitronat, ¾ Pfund Mandeln, 110 g Hefe, 1 Prise Salz, abgeriebene Zitronenschale, ca. ¼ l Milch. Nach dem Backen muss der Stollen mindestens 3 Wochen kühl lagern, ehe er den feuchten und festen Zustand erhält und schmeckt. Ein echter Dresdner Stollen enthält nie Marzipan. Er hielt sich entsprechend aufbewahrt (außerhalb von Kühltruhen, in feuchten Gewölben/Kellern) traditionell oft bis Ostern. Die ganzen Informationen für diesen kleinen Ausflug in die Stollengeschichte haben wir Wikipedia entnommen.

 
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