Dienstag, 19. Januar 2010

Rezension "Die Mondjägerin" von Keri Arthur

In einem fiktiven Australien von heute arbeiten die von ihrem Clan verstoßenen Vampir/Werwolf-Mischlinge Riley Jenson und ihr Zwillingsbruder Rhoan bei der AfAR. Das ist die „Abteilung für Andere Rassen“, eine Spezialeinheit, eingerichtet zum Schutz der Menschheit, die sich auf die Festnahme nichtmenschlicher Krimineller spezialisiert hat - ungefähr anzusiedeln zwischen der Polizei und dem Militär.

Während ihr Bruder als Wächter der AfAR im Außendienst tätig ist, verdient sich Riley ihren Lebensunterhalt im Innendienst als Mädchen für alles, da sie durch den Wächtereignungstest gerasselt ist. In letzter Zeit sind einige Wächter der AfAR auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen und als Rhoan für längere Zeit bei einem seiner Außeneinsätze ist, ahnt Riley, dass etwas nicht stimmt. Als Zwillinge haben sie diesen speziellen Draht zueinander, und sie spürt, dass er in Schwierigkeiten ist. Da man ihr zwar glaubt, Rhoan aber vertraut und er nicht überfällig ist, wischt man ihre Ahnung beiseite. Kurzerhand beschließt sie, ihn auf eigene Faust zu suchen.

Riley hat allerdings ein kleines Problemchen, denn der Vollmond naht. Im Gegensatz zu ihrem Bruder trägt sie mehr Werwolf als Vampir in sich, und ist daher dem monatlichen Bann des Vollmondes unterworfen. Während dieser Zeit ist sie besonders verletzlich und unterliegt dem dringenden Zwang zur „Paarung“. Bis der Seelenpartner gefunden ist, ist Sex in ihrer Welt für Werwölfe eine Notwendigkeit, der Riley gerne nachgibt - auch mit wechselnden Partnern.

Das plötzliche Auftauchen eines nackten und außergewöhnlich attraktiven, aber augenscheinlich unter Amnesie leidenden Vampirs vor ihrer Haustür bringt allerdings nicht nur ihre Pläne, sondern auch ihre Gefühle mächtig durcheinander...

Die Geschichte ist in der Ich-Person erzählt, und als Leser ist man somit hautnah dabei, und erlebt alles was Riley erlebt mit. Riley ist Kelley Armstrongs Elena Michaels und auch Laurell K. Hamiltons Anita Blake nicht unähnlich. Genau wie die beiden genannten Buchheldinnen erzählt sie uns ihre Geschichte quasi aus erster Hand. Genau wie Armstrong und Hamilton schaffte es Keri Arthur mir die Heldin sehr nahe zu bringen. Ich mochte ihre Stimme und die Art wie sie mir ihre Geschichte erzählte. Der Stil der Australischen Autorin ist sehr un-amerikanisch, was ich als erfrischend empfand. Arthur konfrontiert ihre Leser mit einer Moral die vielleicht einigen vor den Kopf stößt und für viele gewöhnungsbedürftig sein könnte – die aber meiner Meinung nach genau zu Riley und ihrer Andersartigkeit, eben einer nicht-menschlichen und anderen Regeln unterworfenen Art, passt. Was mich daran beeindruckte, war wie sie das nie entschuldigte. Sie ist so wie sie ist und basta. Keine Hintertürchenentschuldigungen, wie man sie ja doch von den amerikanischen Autoren öfter mal kennt. Das fiel mir besonders auf, und ohne meinen geliebten amerikanischen Autoren nahe treten zu wollen, es imponierte und gefiel mir.

Wer also eine klassische paranormale Liebesgeschichte sucht wird wahrscheinlich nicht glücklich werden. Wer sich aber auf Riley und ihre Welt einlässt, wird mit einem rasanten Plot und einer sehr lebendig rüberkommenden Heldin und einem insgesamt richtig guten Urban Fantasy Buch belohnt, das absolut Lust auf mehr macht.

Eure Cleopatra


http://www.keriarthur.com/

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