Dienstag, 9. Februar 2010

Rezension "Pfad der Träume" Michelle Raven

Nach dem Buch Die Spur der Katze, in dem sich Marisa und Coyle gefunden haben, liegt nun mit Pfad der Träume der zweite Teil der Ghostwalker Serie von Michelle Raven vor. Fans des ersten Buches werden erfreut darüber sein, dass Marisa und Coyle weiterhin Bestandteil der Serie sind und wir sie also wiedersehen. In Pfad der Träume wird nun die Geschichte von der Leopardenwandlerin Kainda erzählt. Kainda wurde gemeinsam mit ihrer Schwester gewaltsam aus Afrika nach Nordamerika geholt, ein Umstand den sie nun zu ändern gedenkt. Auf der Suche nach einem Weg nach Hause verlässt sie den Schutz der Berglöwenkolonie und lässt ihre Schwester Jamila vorerst dort zurück, damit diese solange in Sicherheit ist.

Sehr weit kommt Kainda allerdings nicht, denn sie wird verfolgt, und hat in Tierform einen folgenschweren Zusammenstoß mit einem Lastwagen. Schwer verletzt findet sie sich in der Obhut von Menschen wieder. Zunächst extrem verunsichert, wo und bei wem sie sich befindet, fasst sie nach einer Weile zaghaft Vertrauen zu dem fürsorglichen Tierarzt Ryan Thorne. Ryan hat keine Ahnung, dass es Wandler gibt und hält Kainda zunächst für eine ihm gegenüber relativ zahme Leopardin.

In der Berglöwenkolonie gibt es unterdessen auch Probleme. Seit Coyle sich vom Rat zurückgezogen hat, hat Finn einen ständigen Platz dort eingenommen und gerät zunehmend unter Druck - nicht zuletzt wegen seiner wachsenden Zuneigung zu Kaindas Schwester, Jamila - einer Leopardin/Außenseiterin, die der Gruppe ja zunächst nichts als Ärger eingebracht hatte.

Besonders hervorheben möchte ich die sehr schöne und glaubhafte Umsetzung der Annäherung zwischen Kainda und dem einfachen Mensch und Tierarzt Ryan. Ich war sehr gespannt drauf, wie das funktionieren sollte, denn es hat ja schon etwas Grenzwertiges wenn ein Mann sich in einen weiblichen Leoparden, ein Tier, verliebt – aber Michelle Raven hat das gefühlvoll, langsam herantastend und sehr schön gelöst. Es ist ihr wunderbar gelungen glaubhaft zu transportieren, was die beiden fühlen, mit all ihren Emotionen, Befürchtungen und Bedenken und ihrer Selbstschelte.

Die Herangehensweise an das Thema ist hier einmal ein bisschen anders als ich es bisher kannte. Während ich sonst eher dieses „oh je, der Mann, den ich liebe ist ein Monster“-Schema in Paras gelesen habe, ist es hier eher ein „warum löst dieses Tier bei mir solche Gefühle aus“-Thema. Michelle Raven hat das wie gesagt sehr schön beschrieben und für mich hat das sehr gut funktioniert.

Es dreht sich aber nicht nur um Ryan und Kainda. Finn und Jamila sind ein großes Thema und die neuen Alltags- und Existenzprobleme der Wandlergesellschaft an sich werden näher beleuchtet. Der skrupellose Bösewicht sorgt obendrein für den nötigen Spannungsanteil. Oh, und es gibt auch ein Wiedersehen mit Bowen, was mich sehr gefreut hat.


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Eure Cleopatra

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