Dienstag, 16. März 2010

Laurell K. Hamilton – Göttin der Dunkelheit (Obsidian Butterfly TEIL 1)

Bastei Lübbe veröffentlicht dieses Jahr gleich 2 Teile der Anita Blake Serie .... denkt man zunächst. Aber Vorsicht: "Göttin der Dunkelheit" ist lediglich der erste Teil von "Obsidian Butterfly" und geht bis Ende des Kapitels 33. Der Rest des Buches erscheint unter dem Titel "Herrscher der Finsternis" im Juni 2010.

Es ist längst bekannt, dass Anita Blake nichts für schwache Nerven ist. Ihre Fälle und ihr Leben sind skurril, blutig, oft sogar ekelhaft und brutal – und dazu bis ins kleinste Detail ausgemalt. Dennoch üben Hamiltons Figuren eine Faszination auf die Leser aus, die es schwer macht „wegzuschauen“, auch wenns wirklich schlimm ist was sie einem da vorführt. Ich glaube kaum eine Autorin schreibt schonungsloser und brutaler und hält dennoch seit 1993 (Guilty Pleasures - Bittersüße Tode 2005) fest die Urban Fantasy und sogar Romantic Fantasy Leser in ihrer Hand. Vor allem in den USA war sie Wegbereiter der Urban Fantasy wie wir sie heute kennen. Dies schien Frau Hamilton allerdings nicht recht in den Kram zu passen, und je mehr ihre Bücher als Inspiration für Liebesromautorinnen und neue Urban Fantasy Autorinnen in den USA dienten, desto extremer wurden ihre eigenen Geschichten. Fast kam es einem vor als wolle sie herausfordern und sagen „na? Und jetzt? Traut ihr euch auch so weit?“ Aber vielleicht tu ich ihr damit auch Unrecht. Im Laufe der Jahre hat sie als Autorin sich verändert. Und Anita ändert sich ebenso. Aber so richtig schlimm wirds in "Göttin der Dunkelheit" noch nicht, das dicke Ende kommt im Juni ;)

Zum Buch: Göttin der Dunkelheit (Obsidian Butterly Teil 1) ist – neben Anitas Abenteuer – im Grunde „Edwards Buch“. Wir lernen hier eine Seite an Edward kennen, die wir nie für möglich gehalten haben, die er selbst für eine Fassade hält und welche die Leser, als auch Anita selbst, aus dem Staunen nicht mehr herausbringen :) In Anitas Leben gibt es ja viele Monster, und manche von ihnen sind menschlich. Einer dieser menschlichen Monster, so dachte Anita immer, ist Edward. Wir kennen Edward seit dem ersten Buch in dem er uns als „Death“ (der Tod) vorgestellt wurde und er taucht immer wieder mal als Unterstützung an Anitas Seite auf.

Ich muss gestehen, Edward empfand ich selbst immer schon als gefährlicher und monströser als alle Vampire und Gestaltwandler in den Büchern zusammengenommen. Ob Gestaltwandler, Vampir oder anderes Gekreuch, Edward killt alles mit erschütternder Freude. Anita kennt ihn als einen skrupellosen Killer ohne Moral der Spaß am Töten hat, und der gern an Anitas Seite kämpft, da sie eben irgendwie das Talent hat die extremsten Monster in ihr Leben zu ziehen ... Sie schätzt sich als eine seiner wenigen wahren Freunde ein, schätzt ihn als Verstärkung und Rückendeckung. Doch sie ist vorsichtig was diese Freundschaft betrifft und vergleicht sie gern mit der Freundschaft zu einem wilden Tier. Es mag sich wohl von dir den Kopf tätscheln lassen aber jeden Moment könnte es dir auch den Hals zerfetzen ...

Edward fordert nun einen Gefallen ein und bittet Anita zu ihm nach Santa Fe zu kommen, sie soll ihm helfen eine mordende Bestie zu finden, wie sie schlimmer und brutaler nicht sein könnte. Die Polizei meint es sei ein menschlicher Serienmörder, aber Edward hat eine andere Vermutung und will die Bestie gemeinsam mit Anita und noch zwei ziemlich gruseligen „Kumpels“ jagen. So verlässt sie St. Louis und ihre beiden magisch und emotional an sie gebundenen Männer, um nach New Mexico zu fliegen. Das bedeutet, dass wir in diesem und nächsten Teil wenig bis nichts von Jean Claude, Richard, Nathaniel, Jason oder Asher etc. sehen.

Lag in den vorherigen Büchern die Gewichtung oft und lange auf Selbstfindung, Liebesdilemmas, Dialogen und eingestreuten Grusel-Ekel-Actionteilen, so findet sich in „Göttin der Dunkelheit"anteilmäßig mehr Action. Und Grausliges. Dennoch wird der mystische und oft gruselige Anteil nicht vernachlässigt. Es fehlt auch nicht an neuen Selbsterkenntnissen und teilweise überraschenden Charakterentwicklungen.

"Göttin der Dunkelheit" ist pure Urban Fantasy mit starkem Hang zum Horror. Den Fans von Richard und/oder Jean Claude wird der Liebesaspekt fehlen. Zudem ist es, wie ich nochmal betonen möchte absolut nichts für zarte Gemüter. Wer sich aber durch die Vorgängerbücher abgehärtet genug fühlt, wird Anitas Fehlbarkeiten, innere Konflikte und Selbstzweifel, sowie ihre Einsichten und Ängste, mit Sicherheit als lesenswert empfinden.

Anita ist wohl die nicht-perfekteste Heldin schlechthin. Das Interessante ist, sie weiß darum, arbeitet daran aber entschuldigt sich nicht dafür. Es gibt immernoch Dinge die auch sie zutiefst verunsichern und erschrecken. Doch sie nimmt sich der Aufgaben die das Leben ihr zuwirft an. Was bleibt ihr auch anderes übrig.
Sie polarisiert und das macht ihren Reiz aus. Für eingefleischte Anita Fans sind "Göttin der Dunkelheit" und das noch ausstehende "Herrscher der Finsternis" also auf jeden Fall ein Muss. Wer Anita noch nicht kennt, sollte jedoch mit Buch 1 der Serie beginnen, denn mit jedem Buch mutet die Autorin Anita und vor allem ihren Lesern ein Stückchen mehr zu.

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Eure Cleopatra

DEUTSCHE ÜBERSETZUNGEN (Stand März 2010)

  • Bittersüsse Tode. (OT: Guilty Pleasures)

  • Blutroter Mond. (OT: Laughing Corpse)
  • Zirkus der Verdammten. (OT: Circus of the Damned)
  • Gierige Schatten. (OT: The Lunatic Cafe)
  • Bleiche Stille. (OT: Bloody Bones)
  • Tanz der Toten. (OT: The Killing Dance)
  • Dunkle Glut. (OT: Burnt Offerings)
  • Ruf des Blutes (OT: Blue Moon)
  • Göttin der Dunkelheit (OT: Obsidian Butterfly, Teil 1)
  • Juni 2010: Herrscher der Finsternis (OT: Obsidian Butterfly, Teil 2)
 
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