Sonntag, 1. August 2010

Shannon McKenna "Die Nacht hat viele Augen" - OT: Behind Closed Doors

Viel Sex, böser Bösewicht, spannende Romantic Suspense mit stark erotischer Gewichtung

Das Original stammt aus dem Jahr 2002 und war zu der Zeit eines meiner ersten „romanticas“ aus dem Hause Kensington Brava. Der Begriff Romantica wurde anstatt Erotica damals von elloras cave verwendet,(und steht heute noch auf der Website), und sollte wohl signalisieren, dass es sowohl viel, viel Sex - und zwar kein Blümchensex - als auch eine vernünftige Rahmenhandlung in einem als Romantica bezeichneten Buch gibt. Über „vernünftig“ kann man bei McKenna zwar drüber streiten, ;) aber unterhaltsam war sie für mich bislang immer.

Die Story beginnt damit, das wir Seth Mackay – seines Zeichens Sicherheitsspezialist - dabei antreffen wie er auf mehreren Monitoren eine blonde junge Frau beobachtet die für Victor Lazar arbeitet. Die Frau erregt ihn. Sehr. Aber erregt ist er – wie ich es in einer Rezenzion mal so schön gelesen habe – eigentlich immer, durchgehend, ohne Pause ;)
Zunächst war ich der Annahme, er sei ein psychopathischer Spanner und irgendwie der Bösewicht des Buches, aber weit gefehlt! Der Mann ist unser Held!
Er beobachtet das Büro von Victor Lazar und die blonde junge Frau - die ihn so erregt ;) - arbeitet für Lazar. Seth nimmt an, sie sei dessen Geliebte. Was seine ohnehin grummelige Grundstimmung von Anfang an nicht gerade hebt. Ihr seht, er ist ein Sonnenschein ;)
Mit Lazar hat er eine Rechnung offen, denn er ist davon überzeugt, dass Lazar für den Tod seines Bruders Jesse verantwortlich ist. Also plant er, sich bei Lazar als Sicherheitsexperte vorzustellen und dessen Firma vorgeblich mit einem neuen Sicherheitssystem auszustatten um dabei Beweise für seine Vermutung zu sammeln.

Raine Cameron ahnt nichts davon, dass sie von Seth beobachtet wird. Sie arbeitet für Lazar, ist aber nicht dessen Geliebte sondern seine Nichte und sie wiederum denkt, Lazar hätte ihren Vater auf dem Gewissen. Sie beschloss also für ihren Onkel zu arbeiten um dabei Beweise für seine Schuld zu sammeln. Der geneigte Leser merkt schnell, Onkel Lazar ist eine finstere Gestalt der man einige Morde zutraut ;)

Als nun Seth das erste mal bei einer Besprechung im Büro von Lazar auf Raine persönlich trifft, explodiert es sofort zwischen den beiden. Sie beginnen sofort eine heiße Affäre. Ihr Innerstes lassen sie dabei außen vor und öffnen sich dem anderen gegenüber so schnell nicht. Ihre Begegnungen sind eigentlich immer sexueller Natur, wobei Seth da kein zarter Romeo ist sondern eher mal das herumkommandierende Ekelpaket raushängen lässt. Seth Mackey ist quasi der Vater aller A-Loch-Helden ;) Fast jeder alpha-Held aus anderen Büchern ist ein Schoßhündchen im Vergleich ;) Aber er hat was. Findet Raine jedenfalls. Ich empfand ihn als eine - manchmal nervige - Erfrischung zwischen all den Buch-Super-Romantik-Helden. Ich habe mich prächtig amüsiert. Er nennt die Dinge beim Namen und – soweit kann ich es wohl vorweg nehmen (es ist ja ein Liro mit Happy End!) – ist am Ende auch willig mal zuzuhören, auch wenn es ihn im Mark erschüttert und fix und fertig macht, dass er – der ultimative Allein-Mensch – jemanden anderen braucht um „ganz“ zu sein ;)

Die hellblonde, zarte, engelsgleiche Raine ist weniger zerbrechlich als man (und sie selbst) zunächst denkt. Die Gute weiß recht genau was sie will (schließlich erfordert es ja auch Mut sich bei ihrem, wie sie denkt, mörderischen Onkel, in die Firma einzuschleusen um ihm das Handwerk zu legen) und merkt, dass ihre Beziehung zu Seth irgendwann an einem Punkt angelangt ist, an dem er ihr einfach zu viel Kontrolle ausübt. Sie beschließt irgendwann seine Power-Games zu unterbinden. Aber das kostet sie Kraft.

Am Ende sind die beiden super füreinander, aber der Weg dahin wird so mancher Leserin sicherlich das Entsetzen in die Knochen treiben ;) denn Seth hat erstmal völlig andere Vorstellungen. Aber lest selbst! Die Entwicklung ist spaßig!

Allerdings habe ich einen Tipp für alle LeserInnen die keine Toleranz für doch recht triebgesteuerte Macho-über-Helden (die man gut und gerne als Control-Freaks bezeichnen kann) haben: Sie sollten das Buch lieber nicht lesen :) Kennzeichnend eigentlich für ALLE Shannon McKenna Bücher ist die Tatsache, dass die Helden eine fast krankhafte Obsession ihren Frauen gegenüber entwickeln. Das kann man ertragen, oder eben nicht.

Abgesehen von dem Hauptpaar hat es auch einige sehr interessante Nebencharaktere, unter anderem Seths Freunde, die McClouds, die eigentlich die Freunde seines Bruders waren und ihm helfen wollen die Umstände von Jesses Tod aufzuklären… alle haben im Englischen schon ihre eigenen Bücher bekommen.

Die Romantic Suspense Story ist vorhanden, und auch recht spannend. Allerdings überlagert Seths extremer Charakter und seine ganze Art das gesamte Buch und man muss sich vorher echt im Klaren sein, dass der Fokus doch oft mehr auf den Sexszenen der manchmal etwas heftigeren Art, als auf das Drumherum liegt.

Meine Rezension beruht auf dem englischen Original, daher kann ich über die Übersetzung nichts sagen. Ich finde aber, Seth ist schon sowas wie Kult in dem Genre – er wird entweder gehasst oder geliebt - von daher ist es prima, dass das Buch nun übersetzt ist und auch die deutschen LeserInnen sich über ihn und Raine freuen/ärgern und diskutieren können ;)

Orchidee wird es sicher auch noch lesen, ich bin schon auf ihre Einschätzung gespannt! :)

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eure Cleopatra

Shannon McKennas Website

Die Nacht hat viele Augen / Lyx




 
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