Sonntag, 31. Oktober 2010

Happy Halloween und fröhliche Zeitumstellung :)





Bei Google wurde ich heute früh gleich mit einer kleinen Scooby Doo slide show begrüßt :)
Immer wieder hören wir viele Leute schimpfen, dass wir Deutschen da so urplötzlich einen "amerikanischen Brauch" einfach adoptiert hätten, daher dachten wir uns, wir erzählen heute ein bisschen was über Halloween, das im Grunde ja ein keltischer Brauch ist und kein ursprünglich amerikanischer - und nicht nur auf den britischen Inseln haben die Kelten gelebt, nur dort hat die Christianisierung scheinbar nicht so kraftvoll durchgegriffen und alles keltische restlos ausgelöscht, so wie das hier sehr erfolgreich gelungen ist.
Das Keltentum ist auch ein Teil unserer Geschichte, das wird immer gern vergessen. Über die Jahrhunderte haben sich ohnehin viele heidnische und christliche Bräuche zu unseren heutigen Festtagen vermischt. Von daher ist das Halloween-Fest in Mitteleuropa gar nicht so deplaziert wie man gemeinhin denkt. Zumal auch immer mehr Menschen an den vorchristlichen Glaubensrichtungen interessiert sind und manche sogar danach leben. Halloween hat Einzug gehalten in Deutschland und ob man das nun gut oder schlecht findet: Das Leben ist nunmal nichts Starres, alles verändert sich immer und entwickelt sich weiter. Das Festhalten an Traditionen erdet die Menschen, gibt uns allen ein bisschen die Illusion von Beständigkeit, das ist ja auch schön. Wenn nun etwas uraltes wieder auflebt, ist das für viele natürlich neu. Das verwirrt und verärgert viele. Verständlich, wenn in Vorgärten oder an Autos Sachschaden verübt wird während dieser Zeit - was unreif und teilweise sogar schon kriminell ist, aber mit dem Fest an sich nichts zu tun hat. Die meisten kennen ja Halloween nur aus amerikanischen Filmen, was ein sehr minimaler und einseitiger Einblick ist, es lohnt sich aber mal zu schauen woher der Brauch eigentlich kommt, was dahinter steht, und man darf dabei nicht vergessen es hat seinen Ursprung hier bei uns in Europa!

Der Brauch:

In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November verabschiedeten die keltischen Priester den Sommer (Jahreszeit der Götter und des Lebens) und feierten die Ankunft des Todesfürsten Samhain (ausgesprochen: Sa huin, Bedeutung: Sommer-Ende), der den Winter regierte. Man glaubte, dass die Toten sich an diesem Tag den Körper eines Lebendigen suchten, um in ihm für das kommende Jahr nochmal zu leben. Daher haben die Leute Opfer gebracht, damit sich die Geister nichtihren Körper aussuchten. Da dieser Tag gleichzeitig auch den Jahreswechsel des keltischen Kalenders darstellte, wurde groß gefeiert und auch den Göttern Opfer gebracht, um sie für das kommende Jahr möglichst gnädig zu stimmen.

Die Bevölkerung verkleidete sich als Tote oder Geister, zum einen um die Ahnen einladend zu begrüßen, zum anderen um die fremden böswilligen Toten, die nach lebendigen Körpern suchten, zu täuschen, damit die denken das seien schon Tote und vorbeiziehen.

Man glaubte, dass am Tag des keltischen Jahreswechsels die Wand zwischen der Welt der Lebenden und Toten besonders dünn wäre und die Toten die Erlaubnis hätten, zu den Orten ihres vergangenen Lebens zurückzukehren. Um die Ahnen zu ehren, wurden Speisen und Getränke bereitgestellt und man ging früh zu Bett, um die Stube den Besuchern zu überlassen. Die übrigen Toten wollte man besänftigen, um sie von Schädigungen ihres Hauses und Feld abzuhalten.

Als das Christentum die Menschen erreichte, hielten die Kelten an ihren alten Bräuche fest und jede noch so große Drohung konnte sie nicht davon abbringen. Um jedoch die Christianisierung voran zu treiben veranlasste Papst Gregor IV im Jahre 837, dass am 1. November Allerheiligen und am darauf folgenden Tag Allerseelen zelebriert wurde. So musste man den alten Brauch nicht ablegen und konnte behaupten, man hätte den heidnischen Brauch erfolgreich bekämpft. Die Christen haben diesen Trick ja auch auf keltischen Kraftplätzen angewendet, indem sie einfach Kirchen drauf bauten und so kamen die Kelten dann zum beten an ihre alten Plätze, und eben in die Kirche. Clever. Im keltischen Raum wurde der heidnische Sinn des Brauches jedoch nicht komplett vergessen. Erst im 16. Jahrhundert führte dort die protestantische Kirche eine christliche Feier mit Namen All Hallowed Evening (Vorabend zum Allerheiligen) ein.

Heute ziehen die Kinder verkleidet durch die Straßen und klingeln an den Häusern, um nach Süßigkeiten zu bitten. Sie sprechen dabei den typische Spruch: "Trick or Treat" (Streich oder Süßes) und erhalten dann von den Erwachsenen verschiedene Süßigkeiten. Dieser Süßigkeitenbrauch stammt übrigens aus dem Christentum. Im 9. Jahrhundert n. Chr. wanderten junge Christen am 2. November (Allerseelen), von Tür zu Tür und erbettelten so genannte Seelenkuchen. Im Gegenzug für diese Gabe beteten sie für ihre Spender und ihre Verstorbenen. Erhielten sie keine Gaben (Treats), verhängten sie über das Haus einen Fluch (Trick).

Heute feiern die Erwachsenen in Groß Britannien und in den USA (der Brauch kam natürlich mit Auswanderern in die USA) Halloween Parties und verkleiden sich gruselig, oder eben wie wir hier an Fasching. Da es in Groß-Britannien (und auch Australien/Neuseeland etc) kein Fasching (außer das kleine und nur lokal gefeierte Mardi Gras) gibt, ist das doch auch völlig okay. Die Menschen verkleiden sich nunmal gerne, wenigstens ein mal im Jahr.

Der Kürbis:

Die Legende von dem Iren "Jack O." Ein irischer Bürger namens "Jack O." soll kein guter Mensch gewesen sein. Er betrog seine Mitmenschen und soll auch vor dem Teufel nicht halt gemacht haben. So wollte ihm eines Tages der Teufel holen und Jack bat den Teufel um einen letzten Drink. Da er aber kein Geld hatte, verwandelte sich der Teufel hilfreich in eine Münze und Jack verzichte kurzerhand auf seinen Drink und steckte die Münze ein. Er ließ den Teufel erst wieder frei, als er ihm ein Jahr Aufschub gewährte. Ein Jahr später, wie abgemacht, kam der Teufel wieder um ihn abzuholen. Diesmal verlangte Jack O. einen letzten Apfel. Der Teufel stieg auf einen Baum um ihm einen Apfel zu holen. Bevor er aber wieder heruntersteigen konnte, ritzte Jack ein Kreuz in die Rinde des Baumes. Jack O. versprach dem Teufel, ihn wieder runter zu lassen, wenn er ihm ewigen Aufschub gewähren würde. Da der Teufel keine andere Wahl hatte, versprach er ihm ewigen Aufschub.

Als Jack O. starb, wurde er wegen seiner schlechten Taten nicht im Himmel aufgenommen. Aber auch nicht in der Hölle, da er den Teufel ja betrogen hatte. Der Teufel gab ihm aber ein Stück glühende Kohle in einer ausgehöhlten Rübe, mit dem er seither zwischen Himmel und Hölle umherwandert und seine letzte Ruhestätte sucht. Das Volk meinte mit den Laternen aus Rüben die bösen Geister abzuschrecken. Als der Halloweenbrauch nach Amerika kam, fand man dort Kürbisse, die wegen ihrer Größe besser geeignet waren und man schnitzte Grimassen rein, um die bösen Geister erfolgreicher zu vertreiben.

Desweiteren sollen die Jack O'Lanterns auch den guten Geistern den Weg zeigen. Denn Teile der irischen Bevölkerung glaubten, dass die Geister der verstorbenen Verwandten an Halloween zurückkehrten und da man alle anderen Lichtquellen gelöscht hatte, würden sie den Weg zur Stätte ihres früheren Daseins nicht finden, wenn man ihnen nicht einen Wegweiser hinstellt.


Wir hoffen ihr genießt die zurückgegebene Stunde und kommt morgen etwas ausgeschlafener in die neue Woche und verlebt ein friedliches, spaßiges und tolles Halloween!!



eure
Cleopatra & Orchidee



 
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