Donnerstag, 16. Dezember 2010

Rezension: Forget Me Not - Marliss Melton (Aus dem Dunkel, Lyx 2011)

Vor über 10 Jahren hat Suzanne Brockmann mit ihren Navy SEALs Romanen in den USA eine Welle losgetreten. Während sie die SEAL-Lokomitive anfeuerte, sind einige Autorinnen nach und nach auf diesen Zug gehüpft, aber haben mMn nie ihre Klasse erreicht, sondern blieben im Niveau immer ein oder zwei Schritte hinter ihr. Ein Beispiel dafür ist für mich vor allem Cherry Adair, deren erstes Buch (Kiss and Tell) ich 2000 noch ganz passabel fand, der Rest für mich aber wirklich nicht sonderlich prickelnd war ....

In Deutschland wurde das Thema bis vor kurzem auch eher zögerlich übersetzt, aber nun hat Cora Mira mit Suzanne Brockmanns alter Tall, Dark and Dangerous Serie (Operation Heartbreaker im Deutschen) womöglich das Eis gebrochen. Lyx nimmt sich der Sache nun verstärkt an, zum Beispiel Michelle Ravens ältere Titel die auch Navy SEAL Helden beinhalten werden im nächsten Jahr neu verlegt. Aber auch die ein oder andere, mehr oder weniger gute Navy SEAL Reihe aus den USA wird jetzt von LYX übersetzt. Leider sind die ersten 7 Teile der Troubleshooter Reihe von Brockmann bisher nirgends auf Deutsch in Sicht ...

Ich möchte euch Marliss Meltons ersten Teil ihrer SEAL Reihe vorstellen, da ich ihr erstes Buch damals ganz nett fand. Marliss Melton, selbst ein Militär Kind, und mit einem Ex-Navy-Soldaten verheiratet, schreibt aktuell immernoch SEALs und auch wenn ich die unmittelbaren Folgebände unsagbar schlecht fand, scheint sie doch recht gerne gelesen zu werden und wie gesagt, Band 1 ist kurzweilig und für alle die gerne military romance lesen wirklich empfehlenswert.

Im Juni 2011 erscheint Forget Me Not auf Deutsch:
SEAL Team 12 Band 01. Aus dem Dunkel

Rezension:
Nachdem eine Mission extrem schief gelaufen ist, gilt Navy SEAL Gabe Renault als vermisst. Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter. Als Ehemann und Vater war Gabe nicht gerade der Hauptgewinn, war er doch eher mit seinem Job als mit seiner Frau verheiratet. Zudem war Gabe ein unnahbarer Mensch, der daran glaubte, dass Gefühle zeigen als ein Zeichen von Schwäche interpretiert werden würde. Seine Frau hat darunter gelitten, sie dachte ihre Liebe sei stark genug seine Unnahbarkeit zu knacken, doch Gabe machte es ihr nicht leicht. Sie rieb sich an ihm auf. Nachdem Gabe ein Jahr lang vermisst wurde, und nun offiziell für tot erklärt wurde, zieht Helen Renault Bilanz. Sie beginnt ihre hart erarbeitete Selbständigkeit und ihr Leben ohne Ehemann zu genießen und versucht sich selbst zu finden. Doch dann geschieht das Unerwartete: Gabe taucht wieder auf. Helen wird gebeten ins Krankenhaus zu kommen und ihren Mann dort zu besuchen.

Nachdem Gabe ein Jahr Gefangenschaft und extreme Folter überlebt hat, leidet er an teilweiser Amnesie. Die letzten 3 Jahre sind komplett aus seinem Gedächtnis gelöscht. Er ist geschwächt und auf die Hilfe seiner Frau angewiesen, die ihn mit nach Hause nimmt. Helens Gefühle für ihn gefährden ihr "neues selbständiges Leben" und sie beschließt ihn nicht mehr in ihr Herz zu lassen, und sowie seine Erinnerung zurückgekehrt ist, zu verlassen. Doch Gabe ist nicht mehr der Mann, der er einst war. Wie ausgewechselt zeigt er Dankbarkeit, Verletzlichkeit und er bittet Helen um eine zweite Chance, merkt er doch was für ein Esel er früher gewesen war. Und noch während Helen mit sich hadert und nicht so recht entscheiden kann, ob sie es nochmal mit Gabe versuchen soll, erkennt Gabe, das sein Leben in Gefahr ist. Er muss unbedingt seine Erinnerung wiedererlangen und er muss herausfinden wer die Schuld daran trägt, dass seine letzte Mission so verdammt schief gelaufen ist.

Die Heldin ist in diesem Buch wiedermal eine echte Herausforderung. Für mich war sie streckenweise einfach zu egoistisch und ihre schreckliche beste Freundin hätte ich gerne mal erwürgt. Selten so eine überflüssige und ätzende Nebenfigur gelesen ... Aber der Held hat das Ruder für mich am Ende herumgerissen, der supense-Anteil bei der Stange gehalten.

Neulich habe ich den alten Harrison Ford Film "In Sachen Henry" gesehen, und war stark an das Buch erinnert. Im Prinzip könnte der Film eine Inspiriationsquelle für Frau Meltons Buch gewesen sein. Eiskalter Karrieretyp wird durch Schicksalsschlag und körperliche Verletzbarkeit daran erinnert was die wahren Werte in seinem Leben waren: Frau, Familie, Liebe. Ich mag diesen Plot, auch wenn Frau Melton es etwas übertreibt und ein bisschen arg amerikanisch dick aufträgt und die Klischees nur so anhäuft. Dennoch, mir gefiel die Geschichte, und mit ein paar Augenrollabstrichen und Vordiestirnklatschern ist das Buch jedem zu empfehlen, der sich auf SEAL-Entzug befindet. Kein Megakracher, aber kurzweilig und gut lesbar. Eine Rezension der kommenden Bücher wird man von mir allerdings nicht hier finden, denn die fand ich nicht sonderlich lesens- oder gar empfehlenswert ;) (Die unfassbar unsympatische Ami-Ego-Frau-Freundin der Heldin bekommt auch ihr eigenes Buch ... urks ...)

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eure Cleopatra



 
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