Donnerstag, 9. Juni 2011

Rezension: Any Man of Mine - von Rachel Gibson

Autumn Havens Trip vor ein paar Jahren nach Las Vegas sollte ein Schritt in ein neues, freieres Leben werden, denn jahrelang hat sie ihre Mutter gepflegt und sich selbst hinten an gestellt. Doch diese kleine Reise sollte schwerwiegende Folgen haben – eine schreckliche Folge war, dass sie sich verliebt hat und Hals über Kopf in einer Elvis-Zeremonie geheiratet hat, wobei der Bräutigam sie tagsdrauf schon sitzen ließ und die Scheidung auf dem Fuße folgte. Hinzu kam die einzige, erstmal erschreckende, aber später wundervolle Folge: ein Baby.

Doch dieser folgenschwere Urlaub in Vegas liegt nun hinter ihr. Die Wunde in ihrem Herzen hat sich geschlossen, wenn auch eine Narbe hinterlassen. Sie führt ein gutes Leben, ihr Sohn Conner ist ihr ganzer Stolz, sie ist selbstständig als Hochzeitsplanerin und bekommt Job und alleinerziehende Mutter ganz gut unter einen Hut. Nicht zuletzt durch die Hilfe ihres Bruders der jederzeit babysitten kommt wenn sie ihn braucht. Ihr Sohn ist inzwischen 6 Jahre alt und hat auch Kontakt zu seinem Vater, im Gegensatz zu ihr. Sie und Sam Leclerc, professioneller Eis-Hockey Spieler bei den Seattle Chinooks, sehen sich so gut wie nie, sprechen noch seltener, denn Sam lässt seinen Sohn immer durch Assistenten abholen und wieder heimfahren, wenn er mal im Lande ist und Zeit mit Conner verbringen will.

Sam Leclerc war und ist ein Lebemann. Und er ist der Meinung, dass er sich das verdient hat. Keine leichte Jugend, aber ein sportliches Talent, das er genutzt hat was aus sich zu machen. Das Wochenende vor 6 Jahren, das er mit Autumn in Las Vegas verbracht hat und das ihm zum Vater machte, ist nur noch schemenhaft in seiner Erinnerung. War er doch blau wie eine Strandhaubitze die ganze Zeit über. Zum sich Betrinken hatte er seiner Meinung nach auch einen Grund, von dem Autumn allerdings nichts wissen konnte. Sie verfiel seinem endlosen Charme, der auch in betrunkenem Zustand unwiderstehlich ist, wie so viele andere Frauen vor ihr. Er bereut es sehr, wie er die arme Mutter seines Sohnes seinerzeit behandelt hat und immerhin hat er wenigstens ein schlechtes Gewissen. Von diesem Gewissen ahnt Autumn nichts, denn alles was sie von ihm bekam bislang war kurz nachdem sie seinem Anwalt mitgeteilt hatte, dass sie Mutter geworden sei, die Aufforderung zur Einwilligung zu einem Vaterschaftstest und später Geld, da Sam in der Tat der Vater des Babys war. Sam liebt seinen Sohn, und ist die ganzen Jahre davon überzeugt, dass das Kind bei der Mutter am besten aufgehoben ist. Sein Leben besteht aus Eis-Hockey, Reisen, Frauen, Partys … Kein gesundes Umfeld für ein kleines Kind. Bei Autumn hat der kleine Conner Beständigkeit und finanziell ist das Kind ja auch wohlversorgt, dafür sorgt Sams großzügiger Unterhalt ja schließlich.

An der Hochzeit eines Teamkollegen trifft Sam eines Tages Autumn zufällig mal wieder persönlich. Er kommt nicht umhin festzustellen, dass er sie nach wie vor attraktiv findet, sie ihn jedoch immernoch abgrundtief hasst. Mit Recht, wie er findet. Schließlich war er ein blöder Esel seinerzeit. Sie würden sowieso nicht zusammen passen, er findet, dass sie zudem ein Kontrollfreak sei und das kann er ja gar nicht gebrauchen in seinem Leben. An diesem Abend hat Autumns Bruder keine Zeit zum Aufpassen auf Conner, Sam bekommt das mit und bietet sich an als Babysitter für seinen Sohn. Autumn ist erstaunt, macht sich Sam doch sonst nicht viel Gedanken um das Kind, oder darum wie sie ihr Leben und das ihres gemeinsamen Kindes organisiert...

Von jetzt an sehen sie sich tatsächlich öfters mal, und Sam wird immer bewusster was er als Vater alles verpasst, und was genau den besoffenen Sam vor sechs Jahren in eine überstürzte Eheschließung mit Autumn getrieben hat.

Dieser Chinooks Teil ist ein typischer, sehr unterhaltsamer und ans Herz gehender Rachel Gibson. Wer die Reihe liebt, wird sehr zufrieden sein mit Sam Leclercs Story. Wer die Serie noch nicht kennt, wird sich hoffentlich die vorangegangenen Teile noch holen, denn die Chinooks bieten zuverlässige solide unterhaltsame contemporary romance von hoher Qualität wie ich finde. Klar, sie ähneln sich alle immer ein bisschen, aber das ist eben Gibsons Handschrift. Die Figuren sind immer sehr lebendig und selbst die Macho-Sport-Helden die zunächst oberflächlich und derb daherkommen, werden von der Heldin im Laufe der Story immer mehr „geschält“ bis ihr wahrer Kern hervor kommt. Bei Sam dachte ich zunächst, der Typ ist unverbesserlich und Autumn wäre blöd mit dem nochmal was anzufangen. Aber lest selbst, am besten in einer Hängematte im schattigen Garten oder am Pool oder am Strand, denn Gibson ist immer wunderbare „Strandlektüre“ die einem entspanntes Lesevergügen garantiert.

Übrigens ahne ich schon wer der nächste Buchheld von Rachel Gibson sein wird: Autumns Bruder!! Eine ehem. SEAL, und ja, das Buch werde ich mit Sicherheit auch lesen! ;)

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Eure Cleopatra

 
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