Donnerstag, 6. Oktober 2011

Cowgirls Don't Cry - Lorelei James (Buch 10 der Rough Riders Serie)

Mittlerweile wird sich herumgesprochen haben, dass die Rough Riders Serie eine Erotica-Serie ist, sein soll ... doch bei diesem Buch muss ich wirklich sagen, was hängen bleibt ist eher das Drama als der Sex ;) Aber vor vorn:

Nach dem Tod ihres Mannes versucht Jessie McKay ihr Leben wieder auf die Reihe zu kriegen, sich selbst wiederzufinden. Auch wenn sie ihren Mann sehr liebte, ihre Ehe war alles andere als glücklich, wurde bereits unter falschen Voraussetzungen geschlossen, und irgendwie hat sich Jessie darin bei ihrer blinden Liebe für einen Mann, dem sie nie genug war, selbst verloren. Nach seinem Unfall-Tod, der sie in ihren Grundfesten erschütterte, wurde sie von ihrem Schwiegervater aus dem Haus gejagt und einzig ihr Schwager Brandt stand ihr bei. Er wurde ihr Fels in einer schier unerträglichen Brandung. Doch seit er ihr gestanden hat, dass er mehr von ihr möchte als Freundschaft, und sie zurückhaltend darauf reagiert hat, hatte auch er sich mehr und mehr von ihr zurückgezogen.

Brandt hat Jessie schon immer geliebt. Wie oft wollte er sich schon in den Hintern beißen, dass er seinen Bruder Luke damals in der Bar auf sie aufmerksam gemacht hat, denn von da an hatte er keine Chance mehr bei Jessie. Nun ist sein geliebter Bruder tot, doch Jessie liebte ihn und tut es über seinen Tod hinaus. Brandt sieht immernoch keine Chance bei ihr und hatte vor, sie nicht mehr zu belangen, doch bleibt ihm keine andere Wahl. Der Grund, dass er sie wieder aufsucht, ist dass Luke Jessie untreu war und mit einer jungen Frau eine Affäre hatte, die nun ein Kind von ihm hat. Der kleine Junge ist 16 Monate alt, die Mutter muss für ein paar Monate ins Gefängnis und wendet sich Hilfe suchend an Brandt. Sie fragt ihn, ob er, solange sie einsitzt auf den Kleinen achten könne, da sonst die Fürsorge den Jungen in irgendeine fremde Familie stecken würde. Für Brandt ist der Kleine eine letzte wundervolle Verbindung zu seinem verstorbenen Bruder, also ist seine Hilfe selbstverständlich. Nur, kann er das nicht alleine stemmen, seine Eltern sind keine Option, ebenso seine jüngeren Brüder nicht, so sucht er Jessie auf und fragt sie das im Grunde Unzumutbare: Nämlich ob sie ihm 4 Monate lang hilft auf den Kleinen aufzupassen - ausgerechnet auf das Kind das ein Beweis für das Fremdgehen ihres Mannes ist!

Das Flair des Buches hatte für mich so typische midwestern Drama-Züge, und war nicht immer leicht verdaulich. Es war kein easy read für mich, fühlte sich eher an, wie einer dieser überdramatischen Frauenromane. Die Liebesszenen darin sind diesmal eher vanilla, weniger heftig als in manchen der Rough Riders Vorgängerbücher. Wer, wie ich aber gerne mal so midwestern Amikram liest, und davon absieht, dass der Prolog des Buches irgendwie störend wirkt in dem Ganzen, weil der wiederum eher in ein Erotica-Buch passt, aber nicht in dieses, der kommt hier voll auf seine Kosten. Mir scheint, Lorelei James hat mit dieser Serie schon so viel aufgebaut, so viel Familiengedöns und Figuren erschaffen, es fällt ihr fast schwer in dieser Story noch dem ursprünglichen Erotikanspruch gerecht zu werden. Manches wirkt eher nachträglich eingefügt, um eben noch als Erotica laufen zu können.

Jessie und Brandt sind ein Paar, das eigentlich füreinander geschaffen ist, die aber einen langen Anlauf brauchten. ER ist mir sogar manchmal zu sehr der perfekte Mann bzw. Super-Onkel, und hat wenig mit den anderen "wild McKay boys" gemein. Um das auszugleichen, beschreibt die Autorin ihn hin und wieder bei einem "Ausraster", um ihm doch noch diese wilde Kante zu geben... mMn gelingt das nur bedingt und wirkt eher etwas unpassend. Die allgemeine Stimmung des Buches ist eher gedrückt, tragisch, belastend. Warum ich das Buch dennoch hier bespreche? Nun, ich halte es für durchaus lesens- und empfehlenswert, vor allem als Teil einer Serie die ich im Ganzen sehr mag. Ich denke aber dennoch, das Buch ist irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch, es ist zu melodramatisch angelegt, um ein locker flockiger Erotikroman zu sein. Ohne die Erotika-Pflicht-Liebeszenen wäre es vielleicht sogar etwas dröge und zu runterziehend. Dennoch, wer die Serie liebt, wird das Buch sicher auch mögen, man sollte es schon der Vollständigkeit halber lesen, zumal man Jessie und Brandt ja auch schon aus den Vorgängerteilen kennt.

Man kann die Rough Riders alle einzeln lesen, ich rate aber davon ab, der Reihe nach hat man wenigstens ein kleines bisschen die Chance die weitverzweigten Familienverhältnisse ansatzweise zu durchschauen ;)

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eure Cleopatra
 
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