Mittwoch, 30. November 2011

Larissa Ione "Immortal Rider" (Lords of Deliverance Band 2)

Vorneweg: Larissa Ione ist meine Entdeckung 2011 - unfassbar gut.

Wobei ich an dieser Stelle sagen möchte, dass es für die deutschen Leser 2012 verwirrend werden wird, denn obwohl erst zwei "DEMONICA"-Teile übersetzt sind (von 5), wird im nächsten Frühjahr bereits mit der Übersetzung der "LORDS OF DELIVERANCE"-Reihe begonnen, was mMn überhaupt keinen Sinn macht, denn die beiden Serien bauen aufeinander auf.
Die Bücher sollten alle der Reihe nach gelesen werden, sonst spoilt man sich mächtig und die DEMONICA Bücher machen dann nur noch halb so viel Spaß. Einer der größten Spaßfaktoren der Bücher ist nämlich, dass man - obwohl man weiß, dass man ein happy-end-Buch in den Händen hält - keine Ahnung hat wie die Autorin letztlich das Ruder rumreißen wird, das sie vorher in eine bestimmte Richtung gelenkt hat. Die Situationen scheinen immer recht aussichtslos, und dann ist man geflasht von dem Einfallsreichtum von Frau Ione. Einige dieser Überraschungen und Drehungen und Wendungen der DEMONICA Reihe werden in den ersten beiden Deliverance Büchern gespoilt, damit man den Werdegang der Story versteht. Ich gebe es zu, ich bin ein notorischer der-Reihe-nach-Leser und Durcheinander bei Übersetzungen finde ich generell ungeschickt und ist einer der Gründe warum ich Originale lieber lese.
Iones Welt ist relativ komlex und den optimalen Durchblick hat man eigentlich nur, wenn man alle 5 DEMONICA Bände vorher gelesen hat, bevor man zu den Reitern kommt. Wie dem auch sei,

Band 2 der Lords of Delivernace Serie handelt von Limos, der einzig weiblichen "horseman" und Arik Wagner, seines Zeichens ein Soldat der U.S. Army Paranormal Unit, dem R-XR - und wer die DEMONICAS alle schon gelesen hat weiß auch, er ist Runas Bruder. Ein Mensch und ein 5.000 Jahre altes weibliches Wesen treffen hier also aufeinander. Das Geniale an Ione ist, ihre männlichen Helden, egal wie "schwach" oder im Nachteil sie anderen gegenüber sind, sind und bleiben heldenhaft, von langweiligen beta-Heldchen ist in der gesamten Reihe keine Spur. Alles Alphas durch und durch ;)

Die Zeichen stehen auf Apokalypse auf der Erde, einer der 4 Apokalyptischen Reiter ist bereits zum Bösen mutiert, da sein Siegel gebrochen ist (wieso weshalb und warum findet man in Sin Undone) Aus dem einst liebenswerten Reseph wurde Pestilence - seine Geschwister Limos, Thanatos und Ares (Famine, Death und War) tun alles dafür, dass ihre Siegel intakt bleiben, denn sowie ein weiteres Siegel bricht, also nur noch einer von ihnen böse wird, ist die Welt dem Untergang geweiht. Und genau das ist der Plan von Pestilence.

Im letzten Buch (Eternal Rider) fand Ares/War seine Partnerin und auf deren Verlobungsfeier wagt Arik das Unfassbare: Er küsst Limos. Niemand zuvor hat dies gewagt, oder überlebt. Nicht, dass Limos was dagegen hätte, nur die gute Dame ist seit tausenden von Jahren mit Satan persönlich verlobt und der duldet kein Rumgeknutsche seiner Braut in der Menschenwelt. Kaum dass der Kuss richtig in Fahrt kommen kann, tut sich quasi die Erde auf und Arik wird nach Sheoul, in die Hölle gezerrt wo ihn die schrecklisten wortwörtlichsten Höllenqualen erwarten. Denn Limos ist eine Braut die nicht will, schon gar nicht Satan heiraten, so hat er beschlossen, sowie derjenige der Limos küsst unter Pein ihren Namen nennt ist sie gezwungen Satan endlich zu heiraten - sie hält ihn nämlich schon ein paar Jahrtausende hin.

Um Arik zu retten würde Limos so ziemlich alles tun, hat sie doch sowieso noch viele Geheimnisse von denen selbst Thanatos und Ares nichts wissen - nur Reseph, und der ist nun die personifizierte Pest und Limos bleibt erstmal nichts anderes übrig, als einen Pakt mit ihrem gefallenen Bruder zu schließen.

Die Story habe ich hier nur knapp angerissen, es passiert so viel mehr - die Geschichte ist wie gewohnt komplex, vielschichtig und wird nicht nur allein von den Hauptfiguren Arik und Limos in Schwung gehalten. Wir sind in verschiedenen Köpfen unterwegs, Reseph/Pestilenz, Kynan, Reaver, Harvester, Ares und auch Thanatos erzählen uns ihre Sicht der Dinge. Hinzu kommt Thanatos Nemesis, eine Aegi namens Regan, die von den Aegi auf Thanatos angesetzt wird um die Welt zu retten ...
Alles in allem entstand wieder ein buntes, blutiges, mitunter erotisches und aufregendes Abenteuer, das einen tief hineinzerrt in eine Geschichte wie sie besser kaum geschrieben werden konnte. Larissa Ione ist für mich im Moment DIE Autorin im Bereich paranormal romance, schlägt alle anderen um Längen, denn genau das haben ihre Bücher nicht: Längen! Jedes Wort, jeder Satz, jede Szene ist wichtig und ein Genuss. Sie ist mutig, witzig, wortgewandt und sehr ideenreich.

Allerdings vielleicht noch eine kleine Warnung: Wer es nicht blutig, brutal und manchmal auch ziemlich eklig mag, der sollte vielleicht nicht in die Welt von Hölle und Verdammnis von Larissa Ione reisen, denn sie kann schon extrem blutrünstig sein. Emotionen und Gefühle allerdings sind ebenso schillernd und tief gehend beschrieben, daher für mich die ideale Lektüre.
Leider viel zu schnell ausgelesen und jetzt heißt es wieder warten - auf Thanatos und Regan: Juni 2012 ...waaahhh

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eure Cleopatra
 
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