Donnerstag, 8. März 2012

Lara Adrian - Darker After Midnight (Erwählte der Ewigkeit)

Dieses Buch zu besprechen ist eine kleine Herausforderung - als Abschlussteil einer langen Serie muss es viele lose Fäden verknüpfen und dabei spannend bleiben - als Anschlussteil einer neuen Serie, die sich aus der alten ergibt, muss es genug Möglichkeiten bieten etwas Neues daraus entstehen zu lassen und neugierig machen. Es sollte etwas Wehmut und gleichzeitig Aufbruchstimmung verströmen.
Kurz gesagt, denke ich genau das kann man dem Buch bescheinigen.
Lang gesagt, will ich etwas weiter ausholen: 

Lara Adrian gehört seit 2007 von dem Moment an, als ich eine ARC vom ersten Teil lesen durfte zu meinen auto-Kauf Autorinnen. Sie wurde 2 Jahre nach dem ersten Black Dagger von Ward veröffentlicht, (denen ich damals schon verfallen war) und schnell wurde von vielen Lesern (im AAR Forum damals vor allem) Parallelen gezogen. Mich hat die vermeintliche Ähnlichkeit der Serien nie gestört, aber für mich hatte Ward bisher immer mehr Kraft, mehr Ecken und Kanten, vor allem mehr Einprägsameres. Helden an die ich mich erinnere, Plots die ich noch immer im Kopf habe seit Jahren. Meine Schwierigkeit bei Adrian ist tatsächlich, dass ich nach einer Weile keine Ahnung mehr habe wer nun welches Heldenpaar in welchem Buch war und vor allem wie sie aussahen, die prägten sich mir leider nie so intensiv ein, während ich bei Ward jeden Held fast zitieren kann ;) (okay, nagelt mich jetzt bitte nicht drauf fest! :D) Will sagen: Wenn mir einer die Pistole auf die Brust setzt dann sage ich: Ja, Ward ist mein Favorit :) Nichtsdestotrotz hat Adrian in ihrer manchmal etwas sehr glatten und routinierten Art, eine solide und tolle Serie geschaffen die ihresgleichen sucht. Mit den beiden Autorinnen kann es meines Erachtens nur Larissa Ione aufnehmen, die bei mir im Moment extrem hoch im Kurs steht, aber ich schweife mal wieder ab ;)

Die Reaktionen der Leser auf diesen mehr oder weniger letzten Band der Breeds (so wie wir sie kennen) sind durchwachsen. Einige sind begeistert, andere wieder etwas enttäuscht. Ich muss sagen, dass es wie immer eine solide und sehr fesselnde Lektüre war, die man schwerlich aus den Händen legen kann. Leider hatte wie gesagt die komplette Serie nie so das letzte Quäntchen "ooomph", das mir in die Knochen gefahren ist - aber ich muss sagen in diesem finalen Teil, genau wie damals beim ersten, hats schon etwas am Knochenmark gekratzt teilweise. Es gab Szenen die unfassbar gut rüberkamen. Es gab sehr intensive Szenen, die einem kleine Wow-Momente schenken! Mein Vorteil bei jedem neuen Adrian war bisher immer, dass ich nie fiebrige Erwartungen hatte, also hat sie mich nie enttäuscht. Ich gebe zu, die Helden haben sich mir zwar nicht eingebrannt, aber sie hat mich immer gut und zuverlässig unterhalten. Von daher bin ich jedem Buch immer neutral und neugierig begegnet und insgesamt war das eine sehr schöne Serie (auch wenn einige Details im Nebel des Vergessens hängen *G*).

Speziell Darker After Midnight nun, war aber irgendwie anders als die anderen Serienteile. Man hatte beispielsweise mehr Einblicke in die Köpfe verschiedener Figuren. Wir sind im Kopf von Sterling Chase, Tavia Fairchild, Lucan, Jenna, Dragos (hätte ich drauf verzichten können) und einmal ganz kurz im Kopf vom jungen Kellan.

Um was geht es überhaupt in dem Buch. Am Ende von Deeper Than Midnight hatte sich Sterling Chase mehr oder weniger geopfert, hat sich der Polizei gestellt, und so verhindert, dass die Menschen den Sitz des Ordens finden und dem Orden damit Zeit verschafft, sich einen neuen Unterschlupf zu suchen. Für ihn ist klar, damit hat er sich auch vom Orden verabschiedet und er ist nun allein auf sich gestellt. Auf dem Polizeirevier trifft er Tavia Fairchild wieder, er hatte sie davor auf dem Empfang gesehen, auf dem sein Attentat auf Dragos leider daneben ging. Sie muss ihn identifizieren.

Mehr möchte ich über den Plot gar nicht verraten, denn ab hier geht die Post ab im Buch. Es baut sich einiges auf Elemente aus vorangegangenen Ereignissen auf und es wird auf einen fulminanten Showdown hingearbeitet. Da darüber hinaus so ziemlich alle Protagonisten der ganzen Serie einen Auftritt haben, fühlt sich die Geschichte mitunter etwas dicht gedrängt an und alle die dieses Buch zuerst lesen werden, werden schnell den Überblick verlieren. Durch dieses "Gedränge" im Buch, kommt die Romanze zwischen Tavia und Sterling ein kleines bisschen zu kurz - damit meine ich nicht, dass wir wenig bei ihnen sind, das ganz und gar nicht, aber sie haben nicht die Zeit die intensiven Gefühle lange mit dem Leser zu teilen, da sie einiges zu tun haben in der Story ;) Dadurch kommt natürlich keinen Moment Langeweile auf. Was mir ein bisschen zu eingestreut und teilweise beinahe unpassend rüberkam, fast so als Nachgedanke an alle Leser die ja immerhin einen LIEBESroman und keinen paranormalen urban fantasy action Hau-drauf-und-Schluss Roman gekauft haben, war das Liebes... ich will nicht sagen Gesülze, das wäre zu hart, okay Liebesgedöns zwischen den bereits glücklichen Paaren --- insb. Brock war mir eine Spur zu dick aufgetragen, aber das ist sicher Geschmacksache. Ein paar Sachen fand ich prima, ich hatte mich beispielsweise schon immer gefragt wieso es so einen Zufall geben kann, dass ausgerechnet auf der Erde Frauen geboren werden, die mit den Ancients kompatibel waren ....hmmm... hierzu gibts netterweise Erklärungsänsätze im Buch. Sagen wir: Lara Adrian hat an ALLE Leser gedacht, keinen vergessen, im Prinzip alle wichtigen "Parameter" untergebracht, wie gesagt sehr routiniert und glatt das Ganze, von daher absolut lesens- und empfehlenswert.

Eigentlich wollte ich das Buch gar nicht so "zerpflücken", denn es war SEHR GUT! Ich kann nun Melanies Schwierigkeiten bei der Bewertung total verstehen ! :) Man will es empfehlen, aber es hinterlässt irgendwas in einem, was einen lange darüber reden lässt und dabei kommen eben auch kleine Schwachpunkte hervor. Aber im Grunde hat ein Finalband einer so großen Serie es ja auch verdient, dass man es nicht mit einem Zweizeiler abspeist ;)

Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergehen wird mit der "next generation", die in diesem Buch mächtig produziert wird ;) Ein paar lose Fäden hat sie am Ende dann doch noch baumeln lassen, bzw. neu aufgenommene Stränge nicht weitergeführt. Es bleiben - neue - Fragen offen. Die Altlasten sind glaube ich fast alle abgearbeitet ;)


Bei Libri steht, "Erwählte der Ewigkeit", die Übersetzung für lieferbar im August drin.


_______________
eure Cleopatra

Kommentare:

  1. Hallo Cleopatra :)

    Hach, dann ist das Buch also doch empfehlenswert geworden, das freut mich!
    Und kann es sein, dass dir die Bewertung auch nicht so leicht gefallen ist? Irgendwie möchte man tausend Dinge ansprechen, aber dafür hat man nicht die Möglichkeiten. So ging es jedenfalls mir und ich bin an der Rezi damals auch lange gesessen ;)

    Ehrlich gesagt, wäre ich heute kein Stückchen weiter mit meiner Bewertung als damals ^^ einziger Unterschied, ich hätte wohl das Rating weg gelassen, weil ich mir da immer noch nicht sicher bin.

    Für einen Finalband ist das Buch sicherlich toll geworden, die Autorin hat die Handlungsstränge auf jeden Fall zusammenführt, gekonnt verbunden und interessant aufgelöst. Aber ich wollte halt immer mehr vom Paar sehen und das kam hier wirklich kürzer zum Zug als bei den vorherigen Bänden. Ansonsten kann ich die Punkte, die du ansprichst gut nachvollziehen und auch verstehen. Du hast da wirklich passende und schöne Worte gefunden für dieses Buch :)
    liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Melanie!

      Danke Melanie! Lustig, das wir beide mehr Worte für die Rezi gebraucht haben, als geplant! :)

      Ja, ich bin auch happy darüber, dass wir hier keine Abstufungen in Form von Sternen oder Punkten machen, sondern lediglich das empfehlen was wir selbst schön und lesenswert fanden. Eine Einstufung von WIE schön, wäre mir hier auch sehr schwer gefallen. Ich kann das ganz oft sowieso gar nicht sagen, weil verschiedene Bücher eben auch verschiedene Ebenen in einem ansprechen.

      Als Finalband ist da Buch wie ich finde ein Musterbeispiel für "so macht man sowas" - emotional gesehen wird es sicher Fans geben die sich das ein oder andere anders oder tiefer gewünscht hätten - vor allem wenn man großen Wert legt, auf eine emotional bis ins letzte Detail ausgearbeitete Liebesgeschichte. Dafür war hier wenig Zeit, aber ich fand die Szenen der beiden dafür schon sehr stark. Vllt. hat Tavia alles ein bisschen zu fix verkraftet, aber das hat mich nicht weiter gestört. Toll fand ich auch, dass Lucan so stark vertreten war, sein Buch war schon immer ein Liebling von mir.

      Die Sache, wie man die Blutlust wieder in den Griff bekommt war für mich gerade mal so befriedigend erklärt, das mit den Breedmates so la la ;) Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie das weitergeht, und die Dynamik zwischen Nathan und Kellan war jetzt schon toll beschrieben finde ich!

      Löschen

 
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis