Freitag, 13. Juli 2012

Promises - Marie Sexton

Wir befinden uns im beschaulichen Städtchen Coda, Jared Thomas lebt hier - mit einer kurzen Unterbrechung während seiner College-Zeit - schon sein Leben lang. Und sein Leben lang schon weiß er und weiß jeder in der Stadt, dass er schwul ist. Er ist ein zufriedener Mensch, führt zusammen mit der Frau seines Bruders den vom Vater geerbten Autoteilezubehör-Laden und geht eigentlich immer allen Leuten, die ein Problem mit seiner sexuellen Orientierung haben aus dem Weg. Überhaupt geht er immer den Weg des geringsten Widerstandes, so kann er in Ruhe und gelassen sein Leben führen. Eigentlich ist er ein ausgebildeter Physik-Lehrer, aber hey, schwul und Highschool Lehrer in einer Kleinstadt in den USA? Das will er sich nicht antun. Coda ist eben nicht San Francisco, auch wenn er in Ruhe gelassen wird und eigentlich auch in der Gemeinde akzeptiert ist. Aber so ist Jared eben. Manchmal fühlt er sich einsam, auch er sehnt sich nach körperlicher Nähe, dafür fährt er dann meistens einen Freund "mit gewissen Vorzügen" besuchen, oder der schaut mal bei ihm vorbei.

Da er bald Onkel wird beschließt seine Schwägerin ihren Pickup zu verkaufen um sich eine Familienkutsche anzuschaffen und macht das auf dem Auto kenntlich. Somit kommt Matt ins Spiel, der den Wagen gern kaufen würde. Matt ist neu in der Stadt und hat bei der Polizei angefangen. Er spaziert in Jareds Laden und macht gemeinsam mit Jared eine Probefahrt. Für Jared ist es wohl Liebe auf den ersten Blick, Matt jedoch ist leider nicht schwul. Dennoch entwickelt sich eine richtig tiefe Freundschaft zwischen den beiden - sie unternehmen viel zusammen, gehen mountainbiken, schauen Sport im TV an, und Jared verliebt sich jeden Tag ein bisschen mehr und vermutet auch irgendwann, dass Matt seine wahren Neigungen verdrängt und auch er mehr als nur Kumpel-Freundschaft für ihn empfindet. Matt muss sich über einiges klar werden, und es bleibt nicht aus, dass sie sich bald gegenseitig verletzen und vor den Kopf stoßen...

Da die Story in der Ich-Version geschrieben ist, trägt einen Jared von Anfang bis Ende durch die Geschichte. Dabei bekommen wir Matts Seelenleben dennoch sehr intensiv vermittelt, wenn auch manches dann letztlich doch zu schnell ging für mein Empfinden. Zunächst kommt einem Jared als der Typus "total in seinem Leben angekommen"-Mensch vor, jemand der kein Problem damit hat wer er ist. Im Laufe der Story entfalten sich aber dann auch seine Blockaden, was recht spannend zu beobachten und sehr gut beschrieben ist und letztlich auch einen Teil der Dynamik der Beziehung zu Matt ausmacht.

Im Grunde war das ein recht unaufgeregtes Büchlein. Kein Buch das ich als 100%ig rund bezeichnen würde, aber es ist eine Gesichte die man herrlich an einem verregneten Wochenende weglesen kann. Ich hab mich gern in Coda aufgehalten und werde die folgenden dazugehörigen Bücher mal auf meinen Kindle laden. Wer eine solide Lovestory mit liebenswerten Figuren in einer netten Umgebung sucht und zudem keine Angst vor schwulen Liebesszenen hat, der ist hier an der richtigen Adresse.

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eure Cleopatra


Kommentare:

  1. Huhu Cloe,

    ehem...hüstel... habe die Serie auch bereits gelesen und fand sie auch ganz nett. ;-))
    Die Folgebände sind meines Erachtens nach besser als der Erste. Insgesamt wirklich schön zu lesen und nicht allzu nervenaufreibend.

    VLG
    Fussel

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  2. A to Z oder wie das heißt habe ich auch schon runtergeladen! Ich werde auf alle Fälle weiter dran bleiben an Marie Sexton, ich mag ihren Stil und genau das nicht zu Nerven aufreibende genieße ich hin und wieder.

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  3. Das Buch habe ich mir gerade zum Geburtstag selbst geschenkt (seit eurer Besprechung von "Between Sinners and Saints" habe ich die Autorin nicht mehr aus dem Hinterkopf bekommen! ;-)) - ich hoffe, ich komme bald dazu.

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