Mittwoch, 5. Dezember 2012

MYSTERY MAN (Dream Man Serie 01) von Kristen Ashley

Die ultimativen Alphahelden von Kristen Ashley! Die sind anscheinend alle mit MegaKERLS gewaschen:

http://g-o-pushelle.deviantart.com/art/Weisser-Mantel-Megakerls-161046642


Es handelt sich hierbei um einen neuen Selbstverleger-Hit aus den USA! Und zu recht, wie ich finde! Also, dass es ein Hit ist ;) Ich hatte großen Spaß und alle LeserInnen die in ihrer Liro-Literatur die innere Alice Schwarzer gerne mal in den Keller schicken ihr einen Kissenbezug über den Kopf stülpen und Kopfhörer aufsetzen mit lauter Musik, alle die über-mega-sexy-macho Alphas lieben, welche ALLES für ihre Miezen tun, die sind bei Kristen Ashley an der richtigen Adresse.
Also los gehts, jegliche Vernunftgedanken außen vor lassen, abschalten, Herz drauf einstimmen und köstlich unterhalten lassen!

Eigentlich ist Gwendolyn Kidd eine ganz normale junge Frau, mit besten Freundinnen mit denen sie gerne Cosmos schlürft, einer verpatzten Ehe, einem Job als selbständige Lektorin, einem eigenen kleinen Häuschen und einem manchmal etwas langweiligen Leben. Eigentlich. Aber nachts sieht das oft anders aus - nicht, dass sie das Haus verlässt und einen drauf macht. Nein. Sie bekommt Besuch. Von MM. Oder auch Mystery Man. Seit über einem Jahr läuft das nun schon so, seit sie ihn eines nachts in einer Bar getroffen hat. Sie hat keine Ahnung wie er im Hellen aussieht, sie weiß nicht wie er heißt, sie weiß gar nichts über ihn - nur dass er im Bett die Laken zum Brennen bringt. Sie redet sich sein, alles ist gut so wie es ist. Sie will gar nicht wissen wer MM ist, und alles andere was mit einer Beziehung zusammenhängt. Doch tief in ihrem Inneren schimpft sie mit sich selbst, ihrer Unvernunft, der grotesken Situation an sich und sie sehnt sich danach, dass er ein Superheld sei, der sie eines Tages auf sein weißes Roß schwingt und mit ihr in den Sonnenuntergang reitet.

Eines schönen, oder nicht so schönen Tages, steht die Freundin ihrer Schwester vor der Tür und verlangt von ihr, dass ihre Schwester sich sofort bei ihr melden soll, sonst würde sie ihr, also Gwendolyn, an den Kragen gehen. Ein wenig angegruselt von dieser Drohung beschließt sie den Freund ihrer Schwester aufzusuchen, denn sie selbst hat keinen Kontakt zu ihrer Schwester. Dafür muss sie eine Rocker-Clique aufsuchen und von da an überschlagen sich die Ereignisse. Gwendolyns Schwester hat mächtigen Ärger und ist in Gefahr, und beides suppt Tag für Tag mehr in Gwenns Leben bis sie selbst in Lebensgefahr schwebt - doch da erscheint wie aus dem Nichts: Mystery Man! Er ist also vielleicht doch vielleicht sogar ihr Goldener-Held-Auf-Weißem-Roß-Män? ...

Die Zutaten für das Buch sind eigentlich altbekannt. Man nehme: Eine nicht um ihre charmante und hinreißend liebenswerte Art wissende Heldin, die auch mal zu kleineren TSTL*-Momenten neigt, einen sexy Megakerl der am Ende das Herz jeder Leserin zum Schmelzen und das Höschen der Heldin zum Dampfen bringt, ein bisschen Evanovich, ein paar Spritzer Sex-and-the-City dazu, würze mit Alpha-Männern und einem recht spannenden suspense Plot, schütte das Ganze auf mit viel Esprit und etwas Erotik: voilá: ein Cosmopolitan mit MysteryMan Geschmack!

Obwohl man an all das denken muss, wirkt das Buch nicht wie ein Abklatsch von oben genanntem. Genau wie man Ward vorwerfen könnte sie habe bei Kenyon und Feehan abgekupfert, so hat sich Kristen Ashley einen Mix aus romantischer Komödie, etwas chick-lit, sexy Liebesroman und überzeichnete Charaktere gebastelt der, genau wie Wards Bücher, etwas Eigenes hat. Gwendolyns "Stimme" muss man allerdings mögen. Bei Ich-Erzählungen habe ich Probleme mit zu albernen nicht ernsthaft genug denkenen Protagonistinnen. Gwendolyn schrammt haarscharf am Megaugenroller vorbei. Das Buch ist nicht ganz so krass überzogen wie Evanovichs Bücher, es beinhaltet keine slapstickartigen Einlagen a la Stephanie Plum, dennoch fällt es einer normal, vernünftig denkenden Frau oft schwer Gwens Gedanken und Taten nachzuvollziehen. Was ich aber ganz prima fand war, diese Diskrepanz wie sie sich selbst sieht, und was andere von ihr denken und ihr mitteilen was sie sehen - wie sie wirklich wirkt auf andere und was sie meint wie sie wirkt. Das geht einem ja selbst oft so, dass man doch erstaunt ist wie andere einen selbst sehen. Insofern war es ganz spannend das Buch in der Ich-Form zu lesen.

Und keine Angst. Der Held kommt hier NICHT zu kurz! LOL Eigentlich sinds ja mehr als ein Alpha hier, aber lest es einfach selbst, es lohnt sich!!!
 
Was dem Buch gut getan hätte, wäre ein kleines bisschen mehr Lektorat, das vor allem die vielen Wiederholungen etwas hätte eindämmen können (vor allem das Wort "then" also "dann" wurde etwas überstrapaziert) - aber das muss bei diesem Teil hier noch harmlos sein. Die Autorin beweist durchaus Humor, nicht nur ist die Stimme der Ich-erzählenden Protagonistin überaus amüsant, die Heldin ist auch noch von Beruf Lektorin und es gibt im Buch eine lustige Anspielung auf das Lektorat von Kristen Ashleys Erstling, Rock Chick.

Mittlerweile ist längst ein Verlag auf die Autorin aufmerksam geworden und ihre Bücher werden demnächst bei Grand Central Publishing gedruckt. Freut mich, dass sowas Gutes dann nicht nur eBook-Lesern vorbehalten ist. Die eBooks selbst sind übrigens absolute Schnäppchen. Mystery Man habe ich für 2,88 im Kindle Shop bestellt und hatte ein richtig langes, gutes Buch das keine Minute langweilig war.

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eure Cleopatra

*TSTL - too stupid to live



Kommentare:

  1. Schöne, appetitanregende Rezi!
    Ich hab mir das Buch auch erst vor ein paar Tagen runtergeladen und bin schon sooo gespannt darauf. Und jetzt gleich noch ein bißchen mehr! ;-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Kannst dich auf echt amüsante und auch emotionale Lesestunden freuen Sarah! Eine gute Mischung wie ich finde.

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  2. Haha, die Vorstellung von Alice Schwarzer mit einem Kissenbezug über dem Kopf ist nahezu unwiderstehlich :-) Ich glaub ich muss mir das Buch mal ansehen..

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