Montag, 14. Januar 2013

Keeping Promise Rock von Amy Lane

Wer mag es gern mal so richtig heftig (melo-und)dramatisch? Wer heult sich ganz gern mal die Augen aus beim Lesen? Wer kann über "und jetzt noch ne Schaufel Elend und Kummer und Ungerechtigkeit und Leid und Schmerz, obendrauf!" hinwegsehen, sich gar darin aalen und eine Story dennoch wertschätzen für das, was sie vermittelt? Nämlich Emotionen und Gefühle, die eine Kernschmelze im Herzen auslösen? Gut, wer also auf sowas steht, der liegt mit diesem Buch von Amy Lane genau richtig. Ich glaube mit so viel Drama und Melodrama kommt bei mir auch nur Amy Lane durch ;) Nur sie kann es so verpacken, dass ich es nicht als ZU extrem, übertrieben und überzogen abwatsche, sondern das Ganze sogar gern gelesen habe.

Carrick und Deacon sind das Paar in "Keeping Promis Rock", dem ersten Teil der Promise-Serie von Amy Lane.
Schon als Kind hatte Carrick, kurz Crick genannt, zuhause die Hölle auf Erden. Seine nicht gerade fürsorgliche Mutter hat einen Trunkenbold geheiratet, und bekommt nun ein Kind nach dem anderen, auf die er, Crick, der ungeliebte, uneheliche Erstgeborene, ein Mexikaner-Mischling mit zu viel Energie und einem Plappermaul, aufpassen muss. Wie das bei "white trash" Eltern immer so dargestellt wird: Der Olle säuft und prügelt, die Mutter arbeitet viel und wälzt die Hausarbeit und das um die Kleinen kümmern auf den Erstgeborenen ab, der dafür als Nichtsnutz beschimpft wird und noch nicht mal was zu Weihnachten bekommt. Klar sind beideElternteile homophobe gottesfürchtige Kirchengänger ...  Hier ist so ein Punkt der mich schon sehr nervt. Diese Schwarzweiß-Malerei und die unmenschlichen Hölleneltern, deren Kinder komischerweise aber alle immer supergelungen, sozial kompetent und superfleißig sind und die toootal anders als ihre Eltern denken und handeln wenn sie mal älter sind. Okay, kann passieren, abschreckendes Beispiel etc., aber im Grunde gehört das in der Form schon ein bisschen in die Märchenabteilung, insbesondere hier in diesem Buch. Egal. Es trägt zum Gesamtdrama geschmeidig bei ;) und ich habs während des Lesens mit einem Stirnrunzeln hingenommen, denn wichtiger war mir zu erfahren, wo der recht aufwühlende Prolog und die darauf beginnenden Rückblenden eigentlich hinführen.

Crick wird als Kind jedenfalls "gerettet". Und zwar von Parish, Deacons Vater, der den Jungen bei sich auf der Farm aufnimmt, ihm einen "Job" gibt, und sich wie ein Papa um den Jungen kümmert. Der Witwer lebt mit seinem Sohn und einer Hilfe für die Tiere, allein auf "The Pulpit" einer Pferdefarm.  Deacon ist wie ein älterer Bruder für Crick, der aber schon früh wenig brüderliche Gefühle für Deacon hegt, ihn anhimmelt und sich in den lieben Kerl früh verguckt. Deacon, der nur ein paar Jahre älter ist als Crick, und Parish sind sich von Anfang an einig: Crick ist ein brillianter, wundervoller Mensch, den man nur richtig fördern muss, dann hat er alle Chancen in dieser Welt was zu erreichen. Sie geben ihr Bestes dem Jungen Flügel zu verleihen, doch alles was Crick möchte, ist mit Parish und Deacon für immer auf der Pferdefarm leben und vllt. eines Tages Deacon seine Verliebtheit zu beichten ...

Die ersten Kapitel hatte ich Probleme mich in der Story fallen zu lassen. Die Figuren waren noch Kiddis und obendrein hatte es zu viele Punkte die irgendwie überzogen waren. Aber ab dem Moment, in dem beide Hauptfiguren erwachsen waren, ging es plötzlich sehr gut. Ich lese nicht gern über zu junge Protagonisten (daher kommen von mir auch sicher so gut wie keine Jugendbuch Rezis), das mag vllt. der Grund gewesen sein. Bei Goodreads hat das Buch fast nur 5 Sterne Rezis, die wenigen 1 Stern Rezis allerdings haben mMn auch recht! ;) Vor allem weil wohl ein paar künsterlische Freiheiten bzgl. des Militärs im Bezug auf die Möglichkeit eines Studiums nach getaner Dienstzeit im Irak genommen wurden. Angeblich kann man wohl mit Hilfe des Militärs studieren danach. Im Buch wird diese Alternative außer acht gelassen.
Die Liebe zwischen Deacon und Crick war so phänomenal gefühlvoll und emotional geschrieben, dass es schier unmöglich war das Buch aus der Hand zu legen. Ein wunderbarer Liebesroman, vor allem ein sehr intensives und darüber hinaus langes/dickes Buch! In all seiner Üppigkeit und Fülle hat die Story fast schon epische Ausmaße, verbringt man doch auch jahremäßig unheimlich viel Zeit mit den Leuten, sieht wie sie wachsen, Erwachsen werden und auch die Nebenfiguren lernt man etwas kennen.

Also, trotz Zahnweh wegen mancher Über-Dramas und arg schwarzweiß gemalten Figuren und Handlungen, ein absolutes Muss für alle gay-romance Liebhaber. Taschentücher nicht vergessen!

In der Vorweihnachtszeit war Amy Lane so lieb und hat uns ein Interview gegeben: HIER

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eure Cleopatra

Kommentare:

  1. Hallo Orchidee,

    ich kann dir nur zustimmen. Manchmal ist es eigentlich zuviel, aber trotzdem reisst es einen mit...
    Die Folgebände sind aber glücklicherweise nicht mehr ganz so "beladen".

    Ich gebe hiermit offen zu: Ich steh total auf die Serie...und freue mich ohne Ende auf den finalen Band!

    VLG
    Fussel

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    1. Das ist gut zu wissen, Fussel. Ich habe den 2. Teil noch nicht angefangen, weil ich mich erstmal erholen muss ;) Wenn der aber weniger heavy ist, dann werde ich mich wohl eher dranwagen :)

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  2. Ich weiß gar nicht warum ich durch deine Rezi nicht schon im Jänner auf dieses Buch bzw. die Reihe aufmerksam geworden bin. Da sieht man mal wie genau ich manchmal lese, aber nachdem ich die Empfehlung von dir bekommen habe, habe ich gleich weiter gestöbert und wie gesagt, ich freue mich schon auf diese Geschichte! Momentan passt sie genau in mein Beuteschema :)

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