Sonntag, 17. Februar 2013

Noah (5th Street #1) von Elizabeth Reyes

Dieses Buch hat es gerade noch so geschafft von mir hier besprochen zu werden, denn es ist jetzt für mich nicht der sonderliche Megakracher gewesen, aaaaber es hat was! Etwas das mich stets weiterlesen und so manche Länge in Kauf nehmen ließ ;) Daher dachte ich, ich empfehle es einmal allen, die es etwas ruhiger mögen und die sich gerne lange innere Monologe durchlesen ;)

Veronica Cruz ist 28 und hat eine schlimme Zeit hinter sich. Sie hat ihre Mutter beim Sterben begleitet und während dieser Zeit hat sich nicht nur ihr Freund von ihr getrennt, sie hat auch selbst alle Freundschaften vernachlässigt, so steht sie nun nach dem Tod ihrer Mutter allein da - bis auf ihre beste Freundin, die sie nun an den Haaren aus dem Haus zerrt und sie wieder unter Menschen bringen will. Die Vernunft sagt Veronica, dass ihre Freundin natürlich recht hat, sie hat sich gehen lassen, 20 kg zugenommen und will so gar nicht unter Menschen. Doch die Vernunft siegt und ihre Freundin schleift sie in ein etwas abgelegeneres Fitness-Studio das nicht so überlaufen und hip ist und bei dem jeder Passant alles durch riesen Glaswände von außen beobachten kann. Nein, Veronica findet sich wieder in einem etwas ältlichen Fitness-Raum auf der 5th Street, in dem vorwiegend Boxer trainieren. Hier sind sie so gut wie die einzigen Frauen und können ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihren Pfunden den Kampf ansagen. So der Plan. Veronica fühlt sich extrem unwohl zwischen Sandsäcken und Boxring und den Blicken der Boxer, und ich konnte sehr mit ihr mitfühlen :)
 Als ihnen der junge Trainer Noah zu einem Probetraining zur Seite gestellt wird, beginnt es ernst zu werden. Veronica merkt wie unfit sie ist, und schwört sich, nach dem Probetraining nie wieder einen Fuß in dieses Etablissement zu setzen ;)

Noah Quintanilla ist ein junger Boxer, der sich etwas Geld als Fitnesstrainer dazu verdienen möchte, doch bisher hat sein Boss ihm nie die Chance dazu gegeben. Mit seinen knapp 20 Jahren hat Noah schon mehr Mist erlebt, als es ein junger Mensch sollte, doch er hat fest vor, sich aus seinem nicht immer leichten Leben "herauszuboxen" im wahrsten Sinne. Er ist talentiert und hat einen Titel fest im Blick, allerdings hat er sich beim letzten Kampf die Schulter verletzt und muss eine Weile Pause vom boxen machen. Da kommt ihm  das Angebot die beiden etwas "out of shape" Ladies die in den Laden kamen wieder fit zu machen natürlich mehr als recht. Er freut sich riesig über die Chance und er macht mit den beiden einen Plan und ist vor allem bei der übergewichtigen Veronica erstaunt, wie eisern sie das Probetraining durchhält.

Veronica gibt das Training nicht auf, sie zieht das durch, nimmt ab (und das ziemlich schnell) und Noahs Hilfe und Motivation dabei werden immer wertvoller. Als Noahs Bleibe bei einem Sturm unbewohnbar wird, bietet sie ihm an bei ihr unterzumieten, denn ihr Haus ist groß, leer, und die beiden entwickeln eine tiefe Freundschaft. Das Einzige was Veronica wirklich Probleme macht ist, dass sie sich sehr zu ihm hingezogen fühlt, aber eine Liebesbeziehung mit ihm kann für sie niemals infrage kommen, der Altersunterschied ist einfach zu groß.

Und es ist tatsächlich der Altersunterschied von den beiden, der das Buch interessant macht. Noah und Veronica sind ein ungewöhnliches Paar, denn dass SIE 8 Jahre älter ist, mag bei einem 30-jährigen Mann und einer 38-jährigen Frau weniger ein Problem darstellen, aber Noah ist unter 21! Und das hat juristisch, gesellschaftlich und moralisch Auswirkungen, denn der Mann ist in den USA ein Minderjähriger.
Was ich eingangs schon erwähnte und was mich wirklich gestört hat waren die langen sich oft zig mal wiederholenden inneren Monologe die sich immer und immer wieder um ein und dasselbe drehten. Irgendwann will man rufen "ich weiß es mittlerweile, Herrgottnochmal" ;)
Veronica kaut wirklich alle Eventualitäten und moralischen und selbstzweiflerischen Gedanken durch und durch und durch. Wahrscheinlich ist das realistischer als man es in einem Liebesroman braucht ;)  Also ich ;) Mir wäre ein wenig weniger Drumrumschleichen und Durchkauen lieber gewesen, aber hierbei merkt man halt auch, das es sich um eine Indie Autorin handelt. Es gab noch ein zwei andere Schwächen, die ein ordentliches Lektorat wahrscheinlich ausgemerzt hätte, aber ich will nicht meckern, denn das Buch war schnell gelesen und kurzweilig. Und umsonst ;) Aber vor allem war der Held absolut lesenswert!

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eure Cleopatra


Kommentare:

  1. Hallo Cleo,

    ich war schon angelockt, aber dein vorletzter Satz hat mich endgültig überzeugt: zugeschnappt!
    Jetzt bin ich gespannt. Auf ellenlange innere Dialoge steh ich ja auch nicht so, aber notfalls überlese ich die einfach! ;-))

    VLG
    Fussel

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  2. Soweit ich informiert bin, ist eine Person zwischen Achtzehn und Zwanzig in den USA nicht minderjährig, soweit es um die Anbahnung von intimen Beziehungen geht (ich mag mich irren). Es geht bei dieser Altergrenze nur um die Vermeidung von Alkoholismus bei Jugendlichen. Dort dürfen junge Menschen erst mit Einundzwanzig Alkohol trinken, darunter ist es in den USA strafbar. Neun Jahre Altersunterschied sind eigentlich kaum erwähnenswert und in Romanen, in denen die Frau jünger ist als er Mann, ist er sogar relativ oft anzutreffen. Schade, schade, wenn es Romane gibt, die im umgekehrten Fall ein moralisches Problem daraus konstruieren wollen.

    In welchem Bundesstaat in den USA spielt der Roman denn und ist es in diesem Bundesstaat wirklich verboten, eine sexuelle Beziehung mit einer Person über Achtzehn einzugehen? Die US-Bundesstaaten haben zum Schutz von Jugendlichen durchaus unterschiedliche Gesetze. Hat die Autorin Mal selbst in das Gesetzbuch des Staates geschaut, in dem ihre Figuren ihren Wohnsitz haben?

    Soll ich da nun applaudieren, dass eine Autorin es sich erlaubt, einen zwanzigjährigen Mann mit einer achtundzwanzigjährigen Frau zu verkuppeln oder soll ich mich ärgern, weil aus dem lachhhaft geringen Altersunterschied ein künstlich aufgebauschtes Drama gemacht wird, nur weil die Frau es wagt, ein paar Jährchen älter zu sein als der Mann? Zwanzig Jahre sind viel, fünfzehn vielleicht auch noch. Neun Jahre sind im Kindergartenalter auch viel, wenn beide erwachsen sind, muss man sich als Autor schon anstrengen, ein Problem zu konstruieren. Die Figuren haben wahrscheinlich den selben Musikgeschmack, sind im selben Jahrzehnt geboren und essen in derselben Burgerbude, fahren auf dieselben Reklamebotschaften ab, kaufen sich dieselbe Turnschuhmarke und verschicken pro Stunde mindestens zwanzig SMS, liken sich bei Facebook und zwitschern sich zwischen den SMS bei Twitter gegenseitig mit inhaltslosen Kurznachrichten zu. Da muss niemand dem einen erklären, was das Internet ist oder ein Iphone. Keiner von beiden hält Apple für einen Obstanbieter und wie man sich ein E-Book aus dem Internet zieht, wird der armen, gebrechlichen Achtundzwanzigjährigen mit dem zwanzigjährigen Lover wohl auch kein Rätsel sein.

    Wo war jetzt das moralische Problem? Ach ja, die Frau braucht acht Jahre früher Faltencreme - macht nix, Frauen haben sowieso eine höhere Lebenserwartung und der Kerl stirbt, besonders mit so einem Boxer-Matschgehirn, sowieso zwanzig Jahre früher.

    Diesen Roman werde ich mir wohl nicht kaufen. Der ist mir zu unmoralisch. Da krallt sich eine achtundzwanzigjährige moppelige Schlampe einen zwanzigjährigen unschuldigen muskulösen Boxer. Das geht ja gar nicht! Wie unmoralisch ist das denn - igitt ...

    Liebe Grüße
    Heather


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    1. ;) den muss man sich gar nicht kaufen, den gibts geschenkt ;)

      Ich würde jetzt keinen so großen Staatsakt draus machen, dafür war das Ganze zu seicht und und ehrlich gesagt ist es das Buch auch gar nicht wert sich über irgendwas aufzuregen ;)

      Ich erkläre mir das Ganze aber so, sie ist eine Indie Autorin und scheint zu versuchen sich abzusetzen, eben mal an NoGos zu gehen, die Großverlage nichtmal mit der Kneifzange anfassen würden - (es sei denn man landet auch ohne Schreibtalent und Qualität einen Megahit, schon werden alle Regeln über den Haufen geworfen, siehe 50 Shades...) so ist wohl im nächsten Buch die neue Heldin untreu, betrügt ihren Freund mit dem Held. Geht ja mal gar nicht ;)- maximal in Chick Lit erlaubt aber NICHT in Liros!! Die unterliegen gewissen Regeln.

      Beides, hohe Altersunterschiede (Frau älter als Mann) und Untreue, kommen im Leben vor. In Liebesromanen aber so gut wie nicht und wenn, dann nur am Rande oder in der Vergangenheit oder bei "den Bösen". Das ist ein Fakt, und garantierte jahrelang Verkäufe, und die Indies weichen das starre Geflecht aus Yeps und NoNogs gerade ein bisschen auf. Ist an sich eine begrüßenswerte Entwicklung und eine spannende Sache, wie ich finde.

      Ich glaube Setting war Los Angeles, und es ging hier im Kern auch nicht um "Verführung eines Minderjährigen". Das Problem der Heldin war selbstgemacht. Sie kam sich oft einfach schlichtweg blöd vor, und unmoralisch, weil sie dachte das Umfeld denkt genau das: "Da krallt sich eine achtundzwanzigjährige moppelige Schlampe einen zwanzigjährigen unschuldigen muskulösen Boxer. Das geht ja gar nicht! Wie unmoralisch ist das denn - igitt ..."
      ;)
      Sie war mMn allerdings älter als 28 dargestellt ... (sie kannte sich mit iPhones nicht aus) Sie hatte ein Problem damit ihre relativ langweilige und konservative Lebenseinstellung etc. einem noch 19-jährigen zuzumuten. Der fand das aber schön ;) So wie sie sich manchmal anstellte hätte man denken können sie wäre 40 ...ja, es waren einige Augenroller in dem Buch, aber das konnte ich locker verschmerzen. Ich hatte auch schon Augenroller bei Suzanne Brockmann und J.R. Ward ;)

      Aber egal, wie gesagt alles kein Grund auf irgendwelche Barrikaden zu steigen, das Buch ist ne hübsche Tralala-Zuckerwatten-Urlaubs/Strandlektüre die mal eine etwas andere Liebesgeschichte erzählt, nicht mehr, nicht weniger.

      Es ist erfrischend, dass Indieautoren sich was trauen, und diese Idee finde ich klasse - die Umsetzung en detail war zwar mitunter eher mittelmäßig aber ehrlich gesagt lese ich im Moment lieber Indies, als immer wieder die in Schubladen gepressten Schablonen aus den amerikanischen Großverlagen.

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  3. Lach, manchmal gehe ich hoch wie ein HB-Männchen, ganz schön peinlich eigentlich. Steh ich aber zu.

    Ja, Indiautoren weichen die tradierten Strukuren im Liebesroman auf und die Großverlage hinken hinterher. Das hat etwas Erfrischendes.

    Der Roman ist kostenlos? Muss ich Mal nachschauen gehen.

    Liebe Grüße
    Heather

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    1. :D Man muss seinen Gaul auch mal mit sich durchgehen lassen, sehe ich auch so. Außerdem drücken manche Themen einfach gewisse Knöpfe, da kann man nicht anders :)
      Link zum kostenlosen Kindle Angebot findest du oben am Ende der Rezi.

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