Montag, 22. April 2013

Texas Pride von Kindle Alexander

Eine Mischung aus nett, sehr unterhaltsam, manchmal etwas krass und leicht unausgewogen ...

Momentan ist das Buch Platz 2 der gay-charts bei Amazon, und ich muss sagen, ich fand es wirklich lesenswert. Es ist bei weitem kein perfektes Buch, aber vielleicht war gerade dieser Punkt das, was es vor "Durchschnitt" bewahrt hat.

Mega Hollywood Star und zweifacher Oscar-Preisträger Austin Granger hat es einfach sowas von satt. Hollywood frisst langsam aber sicher seine Seele auf und er muss raus aus dem Geschäft, dem Umfeld, dem Leben als megasuper-Star und sexiest man alive shit. Also kauft er sich ein riesiges Grundstück im Nirgendwo in Texas, seinem alten Zuhause und möchte sich dorthin zurückziehen. Für immer. Kühen beim Grasen zugucken, Ruhe haben, Ställe ausmisten, reiten ... ein komplett anderes Leben führen, eins das er geführt hätte, wäre er nicht Schauspieler geworden. Gekauft hat er das Stück Land von Kitt Kelly. Der Rancher weiß nicht wem er das Land verkauft hat, da Austin alles über Scheinfirmen und andere Leute hat laufen lassen - damit die Presse keinen Wind davon bekommt wohin er sich nach Beendigung seiner Karriere verziehen möchte.

Als Kitt mitbekommt WER sein Grundstück, das an das Seine grenzt, von ihm abgekauft hat fällt er aus allen Wolken - lässt sich aber wie immer nichts anmerken. Kitt, ein paar Jahre jünger als Austin, ist seit seiner Jugend in Austin Granger verknallt, seit sie zur gleichen Schule gegangen sind. Er hat Austins Karriere verfolgt und ja, Austin ist sein ewiger unerreichbarer Schwarm, sein "wet dream" sozuagen. Aber davon weiß natürlich niemand, genau wie niemand weiß, dass er schwul ist und seine Wochenend Trips nach Dallas nicht mit den Mädchen von Dallas zusammenhängt, sondern mit Sean, einem "fuckbuddy" von Kitt.

Austin hat seine Sexualität all die Jahre vor der Presse mehr oder weniger verheimlichen können. Er hat eine gute Freundin als Scheinverlobte immer an seinem Arm und in seinem Leben. Als er Kitt nach all den Jahren wiedersieht, erinnert er sich an den Mann als Jungen und für Austin steht fest: JETZT an diesem Punkt in seinem Leben wird er seine Ziele verfolgen. Er wird rausfinden, ob Kitt auch schwul ist und wird versuchen an ihn ran zu kommen, doch Kitt sendet alle Signale die das Gegenteil aussenden und vor allem ist ihre erste Begegnung nicht gerade die Beste. Doch da ist eine Kleinigkeit, die Austin entdeckt und an der er sich festbeißt wie ein Pitbull in Rage. Und wenn Austin eins ist, dann stur und geradezu skrupellos zielorientiert ;)

Austin ist in der Tat ein Held Marke Pitbull. Anders hätte er Hollywood sonst wahrscheinlich gar nicht überlebt, insofern fand ich das passend. Der Typ weiß was er will und ist gewöhnt es zu bekommen und kommt einem dabei oft egoistisch und skrupellos vor. Er macht mMn grenzwertige Dinge, dich ich an Kitts Stelle ihm wahrscheinlich nicht verziehen hätte ;)
Kitt hatte es nicht leicht in seinem Leben, ist aber an einem Punkt angekommen wo er alles was er sich gewünscht und erarbeitet hat genießen und leben kann ... was beiden fehlt ist ein Partner mit dem sie ihr Leben teilen können. Kommt Kitt äußerlich als der Härtere von Beiden rüber, ist er eigentlich der emotional Verletzbarere. Für ihn steht fest, dass er sich niemals unter gar keinen Umständen outen darf, denn dann wären all seine Bemühungen als Rancher aus dem Schatten seines verstorbenen Vaters herauszutreten umsonst gewesen. Austin ist okay mit "Verstecken", will er doch ebenfalls unter gar keinen Umständen die Presse um sich rum haben . Er verkompliziert Kitts Leben dennoch, aber bereichert es auf unfassbare Weise gleichzeitig.

Wie eingangs schon erwähnt ist das Buch nicht perfekt, es hinkt an ein paar Ecken, läuft teilweise etwas unrund. Soweit ich das sehen konnte, ist es eine Indie-Produktion und ein kleines bisschen intensiveres Lektorat hätte dem Text gut getan. Daher ist das Buch für mich zwar kein 100%iger mega-Kracher gewesen (bei 5 Sternen würde ich 4 geben), aber eine sehr schöne und kurzweilige Wochenendunterhaltung die keine Minute langweilig war. Gerade wer gern ranching und farming Bücher liest die viel unter dem freien Himmel, mit Pferden und Kuhherden durch die Gegend treiben zu tun haben, ist hier genau richtig. ;)
In einer Rezi habe ich gelesen, dass jemand das Timing nicht mochte und ich glaube das trifft es. Dieses "unrund"-Gefühl liegt daran, dass teilweise Spannung aufgebaut wurde die ins Nichts führte, dann aber plötzlich ein big BANG kam, so aus dem Nichts. Vielleicht war das Buch daher trotz voraussagbarem Plot dann doch immer irgendwie überraschend.

Was den Sex in dem Buch angeht ist der manchmal etwas krude und hatte für mich mal wieder zu viele TMI Momente ;) - außerdem waren mir die beiden manchmal echt wie die Kanickel ;) - Es gab noch andere Dinge die ich recht krass fand, wo ich ein "Ach das muss doch jetzt nicht sein" ausrief, vor allem was die Privatsphäre der Figuren (auch Nebenfiguren) angeht, aber lest es selbst :) Vielleicht bin ich auch einfach nur überempfindlich. Es ist auf jeden Fall lesens- und empfehlenswert!

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eure Cleopatra









Kommentare:

  1. Jetzt bin ich gerade am Überlegen ... ("Stil!", mosert die Deutschlehrerin bei der Aufsatzkorrektur ...)

    Jetzt überlege ich also gerade, ob ich Bücher mit einem Helden Marke Pittbull mag - grübel ...

    Bei G. A. Aiken sind sie witzig, oder?! Bei Cora-Heftromanen finde ich sie eher ärgerlich frauenverachtend. Hier fand ich deine Rezi so toll, dass ich das Buch gleich auf meinen Wunschzettel packe.

    LG Heather

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    1. oh, das freut mich aber :)
      Ich bin gespannt was du sagen wirst!

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    2. Bin gerade dabei, Zero at the Bones zu lesen, das Buch dauert länger, hat mich aber trotz der Länge bisher noch nicht gelangweilt. Ob danach gleich Texas Pride drankommt, weiß ich noch nicht, die Kommentare hier sind aber sehr motivierend, lach ...

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    3. Es muss natürlich heißen: Zero at the Bone. (Mir selbst einen Klaps auf den Hinterkopf geb ...)

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    4. oh!!! Eins meiner Liebsten!!!
      Liegts am Englisch, dass es länger dautert oder an der Länge?
      Texas Pride kam mir übrigens auch recht lang vor. Ich mag das immer mal ganz gern.

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    5. Am Englisch liegt es bei mir immer ein bisschen, aber nicht mehr als sonst. Ich werde dann demnächst noch ein bisschen mehr in meiner Rezi dazu ausführen. D hat eine herrliche Art zu sprechen. Nein, das Buch ist einfach sehr lang. Macht ja nix, wenn ein Buch fesselnd ist, kann es auch lang sein. Bin jetzt zur Hälfte durch und habe mich keine Minute gelangweilt.

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    6. oh da bin ich aber erleichtert! :) Viel Spaß noch mit diesem echt ungleichen Paar :)

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  2. Mh, will ich es jetzt lesen oder nicht? Neugierig wäre ich ja schon, aber deine Kritikpunkte schrecken mich wieder ein bisschen ab. Wobei sie im Großen und Ganzen wohl nicht so schlimm ausgefallen sein dürften, ansonsten hättest du das Buch ja nicht vorgestellt... ich werde mir wohl mal ne Leseprobe holen, das Buch aber definitiv im Auge behalten.
    Liebe Grüße

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    1. ich wollte dich nicht verwirren! ;) Ja, meine Kritik macht maximal "einen Stern Abzug" (wenn ich welche vergeben würde) aus - ansonsten fand ich es wirklich sehr kurzweilig und ich hab es gern gelesen. Danny hat recht, es hat auch viele vergnügliche Momente! :)

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  3. Hallo Ihr Lieben,

    ich habs auch gelesen und muss sagen ich fand es gut. Die Autorin spielt zwar oft diese ich werde geoutet und verliere alles Angst Karte, was manchmal die Geschichte hinken lässt. Macht die Geschichte aber auch spannend.
    Aber sonst sind es tolle Hauptfiguren, und auch lustige und ja sehr erotische Augenblicke machen das Buch einfach nur toll.

    Danny

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    1. hi Danny! Stimmt, ich musste auch öfters Schmunzeln, dieser Aspekt kam in meiner Rezi zu kurz.
      Gerade auch Austins manchmal so absolut zielgerichtete Art und Weise die Dinge anzugehen nahm nicht nur Kitt den Wind aus den Segeln sondern auch dem Leser ;) und man hatte solche kopfschüttelnde "dieser Austin"-Momente :D

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  4. Anonym21:37:00

    Cleo, danke für Deinen Tipp! Wenn es Dir gefallen hat, könnte es auch etwas für mich sein. Da ich ähnliche Romane bevorzuge. Das Cover kann sich jedenfalls schon mal sehen lassen.

    Lieben Gruss
    Katja

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    1. Hi Katja! Berichte doch dann mal, ob und wie es dir gefallen hat :)

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  5. 'Manchmal wie die Karnickel'? Ich habe das Buch jetzt auch gelesen und kann dir da nur zustimmen ;) Es war auf jeden Fall ganz nett zu lesen und ich wollte es auch nicht aus der Hand legen, mir war es aber über große Strecken trotzdem zu oberflächlich und ich hätte gerne auf ein paar der Sexszenen zugunsten mehr Gefühlstiefe verzichtet. Und so schlimm empfand ich Austin dann gar nicht - ich glaube, ich bin bei Büchern schon 'schlimmere' Helden gewohnt *lach*

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    1. hehe, bin ich froh, dass nicht nur ich das empfunden habe!

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