Dienstag, 20. August 2013

Wicked Beat von Olivia Cunning


Was lange währt ...

Kaum eine Serie hat für so viel Diskussionsstoff gesorgt wie die SINNERS, und das noch nicht mal wegen des erotischen Inhalts der Bücher, sondern weil die Autorin kein gutes Haar an ihrem Verlag gelassen hat bzgl. der Veröffentlichungsreihenfolge. Wir kennen nur ihre Seite der Story, und ich gebe zu ich habe mich anfangs auch dazu hinreißen lassen mit in den allgemeinen Schimpfmodus einzustimmen, aber, wer weiß was da hinter den Kulissen abgelaufen ist ... egal. Es ist vollbracht! Die Sinners sind komplett! Drummer Eric Sticks hat nun auch endlich sein Buch erhalten.

Die ausgebildete Tontechnikerin und Schwester des sich noch immer von seinen Verletzungen erholenden Dave, Rebekah, erhält die Chance ihren Bruder für eine Zeit auf Tour zu ersetzen und die Tontechnik zu übernehmen.
Eric Sticks ist der brilliante Drummer der Band SINNERS. Er ist derjenige, der den Style und Sound der Band abrundet, die "Bruchstücke" welche die anderen Bandmitglieder bei den Kompositionen beisteuern zu Songs zusammenfügt. Songs die die Band groß gemacht haben. Ein Genie, das fast jedes Instrument spielen kann, ein Rocker der eine bewegte Kindheit hatte und nie gelernt hat, das was er denkt zu filtern bevor er spricht. Eric eckt an, ist anders und wirkt immer wie ein zu groß geratener Kindskopf. Als Eric Rebekah das erste Mal sieht ist es um ihn geschehen. Und im Gegensatz zu sonst, entwickelt er Eifersuchtsgefühle und möchte diese Frau für sich allein. Doch die hat schon längst ein Auge auf Trey geworfen ...

(c)Christyb23library

Mit viel Plot kann das Buch leider nicht aufweisen, zumindest die ersten beiden Hälften bestehen fast nur Sex, Sex und nochmal Sex ... Aber hey, das ist ein Erotikbuch! Das ist also völlig in Ordnung :)
Rebekah hat zunächst ein paar Schwierigkeiten in ihrem neuen Job anerkannt zu werden, sie ist schmal, klein, ein bisschen 80er-Jahre punkig beschrieben und speziell einer der Techniker hat einen ziemlichen Hals, dass er nicht Daves Job bekommen hat. Was mich etwas gestört hat, war die Nichtaufklärung eines Sabotageakts. Es haben mich ehrlich gesagt ziemlich viele Sachen gestört, aber Eric und die Chemie zwischen den Bandmitgliedern und andere Aspekte waren wiederum so gut, dass ich die Störfaktoren gut wegstecken konnte.

Zunächst, während der ersten Kapitel des Buches hab ich aber echt damit gekämpft es nicht abzubrechen. Die Heldin verkörperte alles was ich an Heldinnen nicht ausstehen kann - genau wie Jaces Frau Aggie (die bei mir immer nur "Gaggie" ist) und auch Treys Verhalten am Anfang hat mich schwer genervt. Teilweise fand ich manche Sexszenen zu lang, ziemlich "icky", und Rebekah klang mir zu oft wie eine billige Pornotante. In amerikanischen Rezensionen wird ihr auch "slutty behaviour" vorgeworfen - und das ist noch harmlos... Kann ich absolut nachvollziehen. Überhaupt war ihr Charakter mE insgesamt echt unausgewogen beschrieben, später wurde sie mir sympathischer (wenn sie anfangs schon so geschildert worden wäre, hätte ich keine Probleme mit ihr gehabt, aber so wie es war, passte da einiges hinten und vorn nicht ...) Ich könnte hier eine Din-A 4 Seite lang über sie und wie unausgewogen und oft billig ihr Charakter dargestellt wurde meckern ... Ich lass es aber sein :)
Nur eins noch, selten habe ich in einem Buch sooo viele Sexszenen quergelesen und überblättert, meist aus Langeweile, manchmal auch wegen Würgreflex. Hervorheben möchte ich aber die Lockerheit und den Humor, sowie auch die Schlagfertigkeit von Rebekah und wie sie in der Lage war Eric zu sehen und zu lieben und helfen. Sie hat mich nicht nur genervt ;) sie hatte auch ihre humorvollen und netten Seiten, wie gesagt: widersprüchlich die Gute. Aber sie war gut für Eric, das ist ja am Ende das was zählte.

Es gibt auch sehr viele süße Momente, die zeigen was in Eric steckt, welch ein Musikgenie er ist und was für ein lieber und wertvoller Mensch sich hinter seiner "goofball" Mentalität verbirgt. Es zeigt auch auf, wie gut Trey ihn kennt, dass Trey mehr beobachtet und mitdenkt, als man gemeinhin vermuten würde. Der Zusammenhalt der Band, dieser 5 Freunde, das alles macht das Buch auch wieder zu einem schönen Lesespaß.

Eric ist ein Typ wie ich ihn liebe - er erinnerte mich oft an Brockmanns Ken Karmody :) Das sind Helden die erst sprechen, dann denken ;) In ihrem Metier brilliant, ein bisschen lebensunfähig, was das normale Leben betrifft, kleine Macken haben und große Schwächen was ihre Frauen betrifft. Eric ist genau der Typ für die Liebe auf den ersten Blick. Spontan, ungefiltert, verletzlich. Das passt zu ihm und im Gegenteil zu Rebekah war sein Charakter mMn stets passend und ausgefeilt, auch sein Sexualtrieb und sein "Problem" machten irgendwie Sinn. Daher kann ich allen Fans der Serie das Buch wirklich absolut empfehlen, vielleicht bin ich zu streng mit den Cunning-Heldinnen, aber in der Horror-Hitparade der blödsten und nervigsten Heldinnen aller Zeiten ist Aggie noch Hitlistenanführerin und Rebekah folgt ihr auf dem Fuße ;) Jace und Eric hätten jew. mMn widerspruchsfreiere, irgendwie homogenere und liebenswertere Frauen verdient. Es ist immer irgendwie schade, wenn man am Ende eines Buches denkt "ach, der hätte aber ne Bessere verdient" ;) bei Jace hatte ich das. Hier wurde ich am Ende veröhnt, Rebekah und Eric passen prima zusammen und geben dem Ausspruch "sexual healing" eine neue Bedeutung ;) Wenn man einige Hühneraugen zudrückt - auch was noch ein paar Nebenfiguren und Nebenhandlungsstränge betrifft die dünn nebenher mitlaufen - ist das Buch ein lesenswerter Titel. Aber jetzt ists auch gut mit den Sinners ;)

Hier alle Titel in der richtige Reihenfolge:

Backstage Pass (Brian und Myrna)
Rock Hard (Sed und Jessica)
Hot Ticket (Jace und Aggie)
Wicked Beat (Eric und Rebekah)
Double Time (Trey und Reagan und Connor)

Cunning schreibt derzeit an einer neuen Band - Exodus End - ich hoffe sie findet eine Lösung was ihre schlampig-billig-blöd-nervig-daherkommenden Heldinnen betrifft, denn auf Dauer ertrage ich die leider nicht :(

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eure Cleopatra

PS: Das Cover ist mMn eins der besten in 2013!!!

PSps: Mein "Song" für das Buch wäre Sex on Fire von Kings of Leon ... grandioses Schlagzeug !!! ... und das deren Sex on fire war, oder sich zumindest so anfühlen musste bei der Frequenz *hüstl* ist mir das ein oder andere mal in den Sinn gekommen *lach*

Kommentare:

  1. Ich hatte auch meine Probleme mit der Heldin. Irgendwie kann die Autorin sehr gute Helden schreiben, aber sie findet einfach nicht das perfekte Gegenstück für sie.
    Was mich massiv gestört hat, war der nicht existierende rote Faden. Ich habe oft gedacht: und jetzt? Weil plötzlich alles geklärt war und ich keine Ahnung hatte, was da jetzt noch kommen könnte.

    Ich hoffe auch, dass die neue Serie besser ist. Aber ihre self-published-Serie finde ich insgesamt besser als die Sinner. Daher: große Hoffnungen auf Exodus End.

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    1. hi Camie! Die andere Reihe habe ich immernoch nicht angefasst - ich bin auch auf Exodus End gespannt.
      Ich glaube der rote Faden sollte dieses "sexual healing" sein, wobei das ja ziemlich schnell geheilt war ;) und dann wurde einfach viel "gespielt". Gegen Ende kam nochmal Schwung in die Bude, aber dann wurde auch schon auf Treys Buch vorbereitet.

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