Sonntag, 27. September 2015

In The Middle Of Somewhere von Roan Parrish





Dieses Buch würde ich auf jeden Fall für die kommenden kalten Herbst/Winterabende empfehlen, denn genau zu dieser Jahreszeit spielt die Geschichte von Daniel und Rex, dem etwas ungleichen Paar, das sich perfekt ergänzt :)

Daniel Mulligan ist knapp über 30, endlich fertig mit dem Studieren, Englisch Professor und auf der Suche nach einer Anstellung an einem guten College. Leider verschlägt es ihn mehr oder weniger in die einsame Wildnis der UP (upper peninsula = obere Halbinsel) in Michigan. Da er sich aber sowieso nirgendwo zugehörig fühlt und sowieso immer nur aneckt (meint er) ist es fürs Erste ja auch egal wo er arbeitet, Hauptsache Job, etwas Geld sparen und auf eine bessere Job-Möglichkeit hoffen. Also fährt er nach "Holiday" in Nord Michigan und bewirbt sich. Auf dem Weg zurück nach Philadelphia fährt er einen jungen Hund an und ist am Boden zerstört. Ein Mann aus der Gegend hilft ihm den Hund zu versorgen und kümmert sich auch um ihn, denn von dem Unfall hat auch Daniel einen Schock erlitten. In der gemütlichen Hütte des Mannes mit dem Namen Rex fühlt Daniel sich nicht nur sofort extrem wohl, er ist auch von dem Mann selbst schwer begeistert. Da er nach einer Weile einen zu viel im Tee hat, baggert er Rex an und da dieser ihn abwehrt, schämt er sich zu Tode und verschwindet am nächsten Morgen ohne ein weiteres Wort.
Nach ein paar Monaten - in denen Daniel immer wieder an Rex denken musste - nimmt er in Holiday die Stelle als Englisch Lehrer an und trifft sexy Rex natürlich irgendwann wieder. 


Daniel erzählt uns seine Story in der Ich-Form, daher lernen wir ihn sehr, sehr gut kennen. Daniel hatte es nicht unbedingt leicht, hat es sich selbst aber auch nie leicht gemacht ;) Schon mit acht Jahren hat er seine Mutter verloren und sein Vater zog ihn und seine drei älteren Brüder allein groß, nebenbei betrieb er eine Autowerkstatt. Doch Daniel war schon immer anders seine Brüder, relativ früh bekamen die spitz, dass ihr kleiner Bücherwurm-Bruder schwul ist und ließen keine Gelegenheit aus ihn deswegen zu quälen, ärgern, vorzuführen und verprügeln. Daniel hat gelernt auf der Hut zu sein, gleichzeitig sich selbst nie versteckt oder verleugnet. Aber er wurde zu einem Außenseiter, der sich dran gewöhnt hat dass ihn eh niemand leiden kann. Seine beste Freundin Ginger, die ein Tattoo Studio besitzt, ist der einzige Mensch dem Daniel vertraut und den er liebt und die ihn so liebt wie er ist. Seine sexuellen Bekanntschaften haben mit Liebe nie was zu tun gehabt. Somit haut es ihn natürlich ziemlich vom Schlitten als er auf Rex trifft.

Rex wird nur aus Daniels Augen beleuchtet, wird dem Leser aber sehr gut klar, da Daniel ihn "sieht" und sich selbst erklärt. Rex denkt von sich er wäre ein einfacher Kerl, ein Möbelschreiner der die meisten Menschen die er liebte auf tragische Weise verloren hat. Rex ist klasse, ich mochte ihn von Anfang an fast lieber als Daniel - denn Daniel ist "speziell" ;) versteckt sich hinter spitzen Bemerkungen, eckt an, und ist doch im Grunde dermaßen unsicher und verschreckt vom Leben, dass es fast weh tut. Die Beziehung der Beiden wachsen zu sehen ist wunderbar, und hat mich ganz gefangen genommen.

Insgesamt ein wunderbarer gay romance Titel, mit ein paar Längen, aber auch netten Anekdoten über das Kleinstadtleben, einem sehr präzisen Fokus auf den Ich-Erzähler, mit spritzigen bis lustigen Dialogen, einer wunderbaren Chemie zwischen den Figuren (auch den Nebenfiguren) und einer kleinen Überraschung am Rande :) (die auf Folgeteile hoffen lässt)
Für mich ein schöner Wohlfühlroman für herbstliche Wochenenden! :)

Was für mich persönlich noch ganz witzig war, ich habe eine gute Freundin in Michigan und eine Bekannte in Philadelphia. Die Vergleiche zwischen diesen unterschiedlichen Gegenden, Lebensstilen und die Liebe der Michiganer zu ihrer UP sind mir wohlbekannt und gaben mir den ein oder anderen Schmunzler.





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eure Cleopatra

Sonntag, 20. September 2015

Gambling Men von Amy Lane



Irgendwas hat Amy Lane an sich, dass ich ihre Bücher einfach immer so klasse finde. Sie schafft es selbst mit simplen Zutaten ein kleines emotionales Festmahl zu kreieren. Selbst diese kleine relativ sorgenfreie Story (normalerweise trägt Lane sonst sehr dick auf mit "angsty" Stories :) was ich auch sehr liebe :D ) hat mich nach anfänglichen ersten holprigen Momenten total eingesaugt. Ich habe mal wieder ein Buch gebraucht, das mich total hat abtauchen und entspannen lassen und Gambling Men - ein bereits etwas älterer Titel von Amy Lane - hats geschafft. 
Eins ist mir jedoch aufgefallen, bei kaum einem Amy Lane Buch war ich bislang gleich von Anfang an mit an Bord. Sehr komisch, denn je weniger ich mit den Anfängen was anfangen konnte ;) desto mehr haben mich diese Bücher von einem zum anderen Moment in den Bann gezogen, und zwar in der Form, dass ich total traurig war die Protas und deren Welt am Ende wieder verlassen zu müssen.

Doch um was geht es eigentlich?  Quentin und Jace sind dicke Freunde und Business Partner. Ihre Freundschaft begann schon im College. Jace ist ein verschlossener Typ, ein Broker wie die Branche ihn braucht, und er wird als erfolgreicher und blutrünstiger Hai in der Branche respektiert. Geschäftspartner Quentin ist nicht minder geschätzt, aber mehr für seine Zugänglichkeit.
Jace und Quentin verbringen nicht nur ihre Arbeitszeit zusammen, sie sind auch Squash-Partner und pflegen mit Freunden eine monatliche Poker Runde, bei der - wie soll es anders sein - Jace auch fast immer gewinnt. Überhaupt lässt er eigentlich nie andere gewinnen. Die beiden Männer haben seit sie sich kennen Affären mit anderen, Quentin ist ein Frauentyp und Jace hatte bereits Affären mit Männlein und Weiblein, wobei Quentin von den Männlein nichts weiß ;) Jace ist auch im wahren Leben ein Pokerspieler, hat immer ein Pokerface und Quentin folgte schon immer seinen Ideen, verlässt sich auf Jace in allen Belangen. Was Quentin nicht ahnt ist, dass Jace ihn schon immer liebt, doch seine Gefühle für ihn nie offen zeigte. Quentin selbst hatte ebenfalls schon immer Gefühle für Jace, wagte aber nie drauf einzugehen (wähnt er sich eigentlich nicht schwul) oder den ersten Schritt zu tun und war immer happy sein Freund und Geschäftspartner sein zu dürfen. Eines Tages beschließt Jace "mit offenen Karten" zu spielen und zeigt Quentin wie sehr er ihn eigentlich will ...

Das Buch ist sehr beziehungsorientiert, etwas das ich sehr mochte und mich total eingesponnen hat. Jace ist ein typischer Amy Lane Held, keine großen Worte, dafür aber ganz ganz große Gefühle die des Lesers Herz berühren. Die Liebesszenen sind ebenfalls Amy Lane typisch, leidenschaftlich, offenherzig und grundehrlich. Für mich ist sie einfach eine Queen ihres Fachs und mit jedem Titel den ich lese von ihr, festigt sie ihren Thron :)

Bücher wie dieses sind für mich pure Wochenend-Erholung, sie knipsen den Alltag aus, irgendwie wie ein einsames Strandwochenende im Kopf ;) Wer also mal in tiefe Gefühlswelten abtauchen will, ist bei Amy Lane immer an der richtigen Adresse - auch wenn manche ihrer Bücher in ihrer Ehrlichkeit und Intensität fast weh tun, ist GAMBLING MEN keins davon, es ist irgendwie einfach nur schön :)



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eure Cleopatra
 
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